Arbeiten im Café statt im Homeoffice: CDU-Bürgermeisterkandidat Holger Hachenburger hält den Glasfaserausbau für eine Frage der Zukunftsfähigkeit Reichelsheims. FOTO: PM
+
Arbeiten im Café statt im Homeoffice: CDU-Bürgermeisterkandidat Holger Hachenburger hält den Glasfaserausbau für eine Frage der Zukunftsfähigkeit Reichelsheims. FOTO: PM

Vom Kupferdorf zur Glasfaserstadt

  • vonred Redaktion
    schließen

Reichelsheim(pm). "Der Schlüssel zur Zukunft des ländlichen Raums liegt auch in einer leistungsfähigen, digitalen Infrastruktur", sagt CDU-Bürgermeisterkandidat Holger Hachenburger. Und das bedeute für ihn: flächendeckender Glasfaserausbau. Hierzu habe er jüngst mit verschiedenen Anbietern gesprochen und sei vorsichtig optimistisch. Eine digitale Infrastruktur biete Perspektiven und damit mehr Lebensqualität. So könne man Unternehmen für die Region begeistern und Abwanderung junger Menschen verhindern.

Bis auf das Neubaugebiet Weckesheim gelte: Die Glasfaser geht bis in den nächsten Verteilerkasten, und von da aus wird leistungsminderndes Kupferkabel genutzt. "Wir müssen vom Kupferdorf zur Glasfaserstadt werden", sagt Hachenburger. Einer seiner Umfragen zufolge seien viele Bürger mit der derzeitigen Anbindung zufrieden. Doch, so gibt der CDU-Kandidat zu bedenken; "Was heute noch ausreichend ist, ist morgen, gerade vor dem Hintergrund der 5G-Entwicklung, antiquiert."

Covid-19 und das Erfordernis von Homeoffice hätten das Bewusstsein für den Glasfaserausbau geschärft. "Die Arbeitswelt wird sich durch die Pandemie ändern, da darf der ländliche Raum nicht weiter der Entwicklung hinterherhecheln. Was ist, wenn die Kupfertechnologie mit ihren 250 Mbit ausgereizt ist?", fragt Hachenburger. "Dann diskutieren wir in drei bis fünf Jahren, was wir bereits heute in Angriff nehmen können,"

Wöllstadt und Ober-Mörlen hätten es vorgemacht. "Auch wenn ich nicht ansatzweise erkenne, wie wir auf eine 40-prozentige Anschlussquote kommen." Anbieter machten derzeit Analysen zur Gebietsentwicklung, und da habe Reichelsheim durchaus gute Karten. Zwar gingen die derzeitigen Glasfaserströme an der Stadt vorbei, aber das Netz werde durch die Aktivitäten einzelner Nachbarkommunen immer engmaschiger.

Wichtig sei, dass die Kommunen für die diskutierten Modelle keine finanzielle Unterstützung benötigten, nur der Wunsch nach Kooperation bei Info-Veranstaltungen sei an ihn herangetragen worden. "Als kleinstes Paket wurden 300 Mbit angeboten, da dachte ich, das ist das Ticket für den Eintritt ins digitale Paradies." Daher sei auch "Super-Vectoring" für ihn keine Option.

Nötig seien Open-Access-Kanäle, das sind offene Netze, die weiteren Telekommunikationsanbietern zur Verfügung stehen. Reichelsheim sei dabei auch im Hinblick auf die Ortsstrukturen interessant, habe er erfahren. So könne ein Projekt in 18 bis 24 Monaten abgeschlossen sein. Das nutze ihm im Wahlkampf wenig. "Das meiste meiner Online-Arbeit mache ich mangels Möglichkeiten vor Ort außer Haus."

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare