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Cenk Gönül FW-Vorsitzender

Kritik an Informationspolitik

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Reichelsheim (pm/hed). Cenk Gönül, Vorsitzender der Freien Wähler, hat die Stadt für deren Informationspolitik kritisiert. Bei der Fällung von Bäumen im Stadtgebiet sowie rund um den Schützenteich fehle es an Transparenz. Zuletzt hatte sich Bürgermeisterin Lena Herget-Umsonst (SPD) schützend vor die Bauhofmitarbeiter gestellt und den Kritikern der Baumfällungen unter anderem vorgeworfen, sich im Ton vergriffen zu haben (WZ vom Samstag).

»Den Wert von altem Baumbestand schätzen die meisten Bürgerinnen und Bürger in Reichelsheim nicht erst seit der Debatte um den Klimaschutz. Umso sensibler reagiert die Bürgerschaft auf Baumfällungen, für die Anwohnerinnen und Anwohner spontan keine Erklärung finden«, schreibt Gönül.

Die Freien Wähler sähen insbesondere die Fällung von Bäumen am Schützenteich kritisch. Hier müsse belegt werden, dass tatsächlich eine Gefährdung von Passanten durch möglicherweise bruchgefährdete Bäume vorliege. Zudem seien Ufergehölze ein nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschütztes Biotop. Für Eingriffe seien nicht nur Ausnahmegenehmigungen erforderlich, es müsse gleichzeitig auch ein adäquater Ausgleich durch Neuaufforstung erfolgen, sagt der FW-Vorsitzende. Fachliche Gutachten von Experten könnten hierbei für Aufklärung sorgen.

»Die Häufigkeit und die Intensität von Baumfällungen in der letzten Zeit machen stutzig, deshalb ist es absolut richtig, diese Vorgänge zu hinterfragen«, sagt Gönül. Dass Herget-Umsonst in diesem Kontext kritische Stimmen aus der Bürgerschaft als Wahlkampf-Stimmungsmache abtue, werde dem Thema nicht gerecht.

Auf der Liste der Freien Wähler für die Kommunalwahl steht auch Rudolf Zentgraf, Sprecher der Bürgerinitiative zum Erhalt des Wäldchens. Man habe Mitglieder von Bürgerinitiativen bewusst aufgestellt, um diesen Themen eine Stimme im Stadtparlament zu geben, sagt Gönül.

Die BI habe trotz mehrfacher schriftlicher Anfrage an Bürgermeisterin und Magistrat keine fundierte Begründung erhalten. Gönül: »Auch die Forderung, die Fällungen erst einmal zu stoppen und eine zweite Bewertung der betreffenden Bäume einzuholen, wurde abgewiesen. Und dies obwohl scheinbar auch kerngesunde Bäume gefällt wurden, die man sehr wohl hätte erhalten können.«

Thema im Parlament

Herget-Umsonst hat wiederholt von notwendigen Baumpflegemaßnahmen und -fällungen gesprochen. Der genehmigte und mit allen Fachbehörden abgestimmte Landschaftspflegeplan sei Basis dieses Handelns. Gönül hält ein »Umdenken in Sachen Baumerhalt« gleichwohl für erforderlich. Die CDU hat für die nächste Sitzung beantragt, dass der Magistrat dem Parlament die Notwendigkeit der jüngsten Pflegemaßnahmen noch einmal darlegt. Auch die Freien Wähler fordern die Bürgermeisterin auf, der Stadtverordnetenversammlung die fachlichen Gutachten, auf die man sich bei den Baumfällungen beruft, vorzulegen und die Voraussetzungen für die Genehmigung zu erläutern.

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