Kriegsgräber auf dem Blofelder Friedhof.	FOTO: PV
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Kriegsgräber auf dem Blofelder Friedhof. FOTO: PV

Kriegsende in Blofeld

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Reichelsheim-Blofeld (pm). Der Heimat- und Geschichtsverein Reichelsheim lädt zu einer Veranstaltung zum Thema »Auswirkungen der Weltkriege in Blofeld« mit anschließender Diskussion ein. Vereinsmitglied Friedel Schmidt wird am Mittwoch, 4. März, um 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Blofeld zunächst einen Vortrag halten, im Anschluss ist ein Austausch geplant, wie der Vereinsvorsitzende Horst Diehl mitteilt.

Was den Ersten Weltkrieg angeht, sind für Blofeld Teilnehmerurkunden und das Ehrenmal dokumentiert.

Wann der Zweite Weltkrieg für den Ort endete, kann man auf den Kriegsgräbern auf dem Blofelder Friedhof ablesen: am 29. März 1945.

Hier stieß eine Einheit der 6. SS-Gebirgsdivision beim Rückzug in Richtung Vogelsberg auf amerikanische Truppen, die bereits am Ortsende in Blofeld standen. Zu diesem Geschehen - es gab ein kurzes Feuergefecht - existieren drei Augenzeugenberichte, die teilweise auch in der Presse veröffentlicht wurden.

Die örtlichen Führungspositionen, die Parteimitglieder innehatten, wurden von der Besatzungsmacht durch andere Personen ersetzt.

Doch nicht nur die Führungspositionen veränderten sich. In seinem Vortrag Ende Januar beim Heimat- und Geschichtsverein beschrieb der Historiker Michael Keller eindrucksvoll die großen Veränderungen in der Bevölkerung: die Männer an der Front, Zwangsarbeiter und Evakuierte in den Dörfern. In Blofeld ist die Veränderung der Bevölkerung nach Kriegsende sehr gut dokumentiert. In dem unzerstörten Dorf wurden Heimatvertriebene und Flüchtlinge einquartiert. Um dies zu organisieren, wurde ein Wohnungskataster angelegt, das noch heute erhalten ist.

Der Eintritt zu dem Vortrag ist frei. Spenden sind willkommen.

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