Das ist der Siegerentwurf für einen neuen Kindergarten zwischen Bürgerhaus (o. r.) und Grundschule (u. r.).
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Das ist der Siegerentwurf für einen neuen Kindergarten zwischen Bürgerhaus (o. r.) und Grundschule (u. r.).

Wettbewerb

So könnte die neue Kita in Reichelsheim aussehen

  • Dagmar Bertram
    vonDagmar Bertram
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In Reichelsheim soll zwischen Grundschule und Bürgerhaus ein Kindergarten gebaut werden. Das Kölner Büro »twoo architekten« hat den Realisierungswettbewerb gewonnen.

Zwischen Grundschule und Bürgerhaus soll ein Kindergarten gebaut werden. Für den Neubau mit Platz für sechs Gruppen hatte die Stadt einen Realisierungswettbewerb ausgeschrieben. Nun steht der Sieger fest: Das Kölner Büro »twoo architekten« hat das Preisgericht mit seinem Vorschlag überzeugt.

Petra Klöppel, Leiterin der Bauverwaltung und selbst Architektin, stellte den Stadtverordneten am Dienstag auch die anderen preisgekrönten Ideen des Wettbewerbs vor.

Rund 110 Bewerbungen gingen bei dem europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb ein, von denen 20 Teilnehmer ausgelost wurden. Mit der Durchführung des gesamten Verfahrens hatte die Stadt ein externes Büro beauftragt. Deren Mitarbeiter prüften die Teilnahmeanträge formal und später auch die Wettbewerbsbeiträge inhaltlich. Für das Preisgericht bereiteten sie die am Ende 17 Vorschläge samt schriftlichen und zeichnerischen Teilen sowie Modellen auf - kompakt und übersichtlich, wie Klöppel lobte.

Kita in Reichelsheim: An manchen Stellen wird nachgearbeitet

Die Jury setzte sich zusammen aus Fach- und Sachpreisrichtern: Architekten und Kita-Fachleuten. Klöppel erklärte, nach welchen Kriterien die Mitglieder nach und nach eine engere Auswahl trafen. Die städtebauliche Einbindung der Kita wurde ebenso bewertet wie die Erschließung, das Raumprogramm, die Architektur, die Barrierefreiheit und die Wirtschaftlichkeit.

Der Sieger überzeugte mit seinem Konzept eines kompakten Baukörpers in Holzbauweise, dessen Eingang in Richtung Schule liegt. Die Kita selbst ist zweigeteilt: eine Gebäudehälfte für die U3-, eine für die Ü3-Kinder, mit einem großen Innenhof in der Mitte. Sowohl Krippe als auch Kindergarten verfügen über einen eigenen Außenbereich, zu dem jeder der sechs Gruppenräume einen eigenen Zugang besitzt. Die ringförmige Erschließung um den Hof ermöglicht kurze Wege und gleichzeitig eine räumliche Gliederung der einzelnen Funktionsbereiche. Positiv bewertet wurden auch der Mehrzweckraum am Eingang und die Möglichkeit, die Küche von außen zu beliefern. Insgesamt, so Klöppel, zeichne sich der Entwurf durch seine übersichtliche Gestaltung und eine hohe Wirtschaftlichkeit aus. Nur die Ausarbeitung der Fassaden und der Fensteranordnung wirke etwas spröde und wenig detailliert; hier müsste nachgearbeitet werden.

Kita in Reichelsheim: Baukosten noch unklar

Einer der beiden Drittplatzierten würde die neue Kita als Langhaus planen, in dem die sechs Gruppenräume entlang des Flurs als verbindendem Element angeordnet sind. Gut gefiel der Jury die dort eingebauten Spielelemente, die den Flur zu einem Erlebnisraum machen. Bemängelt wurde der kleine Eingangsbereich, die fehlende Trennung zwischen U3 und Ü3 und der knapp dimensionierte Freiraum für die Krippenkinder.

Die Vorlage des weiteren Drittplatzierten erinnert an den Siegerentwurf, weist aber aus Sicht des Preisgerichts gewichtige Defizite auf: So sind die Aufenthalts- und Schlafräume nach Süden ausgerichtet, was die Zimmer zu sehr aufheizen würde. Außerdem erscheint das Modell nicht sehr wirtschaftlich.

Konkrete Baukosten wurden in dem Wettbewerb nicht verlangt. Diese werden im weiteren Verlauf zu ermitteln sein.

Kita in Reichelsheim: Wie es weitergeht

Der Sieger des Realisierungswettbewerbs, »twoo architekten« aus Köln, erhält 12 500 Euro Preisgeld. Die Drittplatzierten, ARGE Klaus Leber Architekten BDA/Lars Otte Architektur aus Darmstadt sowie Schmidt & Stark Architekten aus Alsfeld, bekommen je 6250 Euro. Als nächstes schließt sich ein Vergabeverfahren an, bei dem mit allen drei Büros verhandelt wird. Die Präferenz ist klar: Das Preisgericht hat empfohlen, den Sieger mit den weiteren Planungsleistungen zu beauftragen.

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