"Kein weiteres Baugebiet auf besten Böden"

  • Dagmar Bertram
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Reichelsheim(pm/dab). Das Neubaugebiet "Am heiligen Stein" in Weckesheim ist insgesamt 9,5 Hektar groß. Gerade sind die letzten elf Baugrundstücke im Wohngebiet vergeben worden. Die ersten Plätze für das nun folgende Mischgebiet sind bereits verkauft. Für das im dritten Bauabschnitt vorgesehene Gewerbegebiet wird derzeit der Bebauungsplan aufgestellt. Zu letzterem haben sich Naturschutzvereinigungen zu Wort gemeldet. "Kein weiteres Baugebiet auf besten Wetterauer Böden", lautet ihre Forderung.

Wesentlicher Grund ihrer "erheblichen Bedenken" sei, dass das Baugebiet "auf allerbesten Böden mit Bodenwerten von 90 bis 100" entwickelt werden solle. Dr. Werner Neumann, Vorsitzender des BUND Wetterau, sagt: "Diese Böden sind eine unverzichtbare Grundlage für eine regionale und ökologische Ernährung. Dies ist die Alternative gegenüber dem Import von Lebensmitteln aus fernen Gebieten mittels Logistikzentren, die wiederum, wie von Rewe in Wölfersheim geplant, allerbeste Böden vernichten sollen."

Hinweise auf Hamster?

Es sei eine "Verantwortungslosigkeit", eine Planung vorzulegen, "die zwar die Vorschriften des Bodenschutzes zitiert und dann plant, wie man die hochwertige Bodenstruktur vernichten will". Die Inanspruchnahme von Böden müsse sich gesetzlich vorgeschrieben auf das unerlässliche Maß beschränken und sich ansonsten auf Böden mit schlechter Funktion konzentrieren. "Dies ist hier nicht der Fall." Wenn der Regionale Flächennutzungsplan ausgerechnet den besten Boden zur Versiegelung als Gewerbe vorsehe, müsse dieser eben geändert werden.

Zudem gebe es Hinweise, dass im Plangebiet eine Population des streng geschützten Feldhamsters bestehe. Statt dessen Lebensraum durch Gewerbenutzung zu vernichten, solle das landwirtschaftliche Gebiet besser zugunsten des Tieres bewirtschaftet werden.

Neumann äußert sich im Namen von BUND, NABU, HGON, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Botanische Vereinigung für Naturschutz in Hessen, Landesjagdverband, Verband Hessischer Fischer, Deutsche Gebirgs- und Wandervereine. Diese Vereinigungen geben gemeinsame Stellungnahmen zu Bebauungsplänen in der Wetterau ab.

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