Wer kein Leckerli will, sichert seinem Herrchen den Sieg

Reichelsheim (arc). Einer sagte, was viele dachten und was ihnen widerfahren war: "Der Hund hat meinen Sieg gefressen!" Dabei konnte niemand dem kleinen Mops böse sein. Er konnte einfach nicht widerstehen und hatte damit die letzte und eigentlich einzige Aufgabe des Jedermanns-Laufs nicht bestanden. Das nahm ihm aber niemand übel.

Beim zweiten "Dogs Day" des Hundevereins Tao fanden auf dem Gelände nahe der Cocktailbar "Cockpit" samstags die Vereinsmeisterschaften statt, und am Sonntag durfte jeder mit seinem Hund mitmachen. Der Hund musste dafür nicht vorbereitet werden, er sollte nur seinem Herrchen oder Frauchen vertrauen und nicht von der Seite weichen, während sich dieses durch die Tücken des Jedermanns-Laufs kämpfte und Ringe sammelte.

Am Ende der Strecke musste der Vierbeiner gemeinerweise vor ausgebreiteten Leckerlis Platz nehmen und diese ignorieren. Für jedes verzehrte Stückchen wurde dem Menschen einer seiner schwer erkämpften Ringe abgezogen, sodass vielen durch den Kopf ging, was einer laut aussprach: "Der Hund hat meinen Sieg gefressen!" Begleitet wurde dies meist mit entspanntem Lachen von Hundebesitzer und Zuschauern. Böse war den Tieren niemand, auch wenn er noch so schwer um die Ringe gekämpft hatte.

Entspannte Erziehung

Den Hund einfach Hund sein lassen, so könnte das Motto des Hundevereins Tao lauten. Wenn der Hund etwas falsch macht, liegt der Fehler beim Menschen – den Vierbeiner trifft keine Schuld. So wurde das Fest zu einem großen Miteinander von Mensch und Tier beim Feiern oder beim Jedermanns-Lauf am Sonntag.

Die guten Ergebnisse, die sich mit dieser Einstellung zur Hundeerziehung zu erzielen sind, zeigte die Vereinsmeisterschaft am Samstag mit Agility-Läufen in verschiedenen Kategorien. Auf Stegen, durch Tunnel und bei Sprüngen mussten die Teams aus Mensch und Tier beweisen, wie gut sie aufeinander eingespielt sind. Auch bei den Vereinsmeisterschaften hatten sich bereits Zuschauer auf dem Gelände eingefunden, die begeistert dem ungezwungenen Umgang mit den Tieren unter Turnierbedingungen zusahen.

Benötigt: Leinen und Spielzeug

Dem Vorsitzenden Joachim Klein lag in diesem Jahr besonders eine Spendenaktion am Herzen. Er hatte ein Tierheim in Irland besucht und dort die engagierte Arbeit der Mitarbeiter kennengelernt. Ohne staatliche Zuschüsse fangen sie dort ausgesetzte und verstoßene Tiere auf und vermitteln sie. In einem Jahr schaffte es das Heim, 350 Tiere in ein neues Zuhause zu bringen.

Weil diese Arbeit nur von viel Einsatzbereitschaft und privater Finanzierung getragen wird, fehlt es an vielen Enden. Deshalb hatte Klein eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Hierbei konnten auch am Wochenende Halteleinen, Hundespielzeug, Decken und alles rund um den Hund gespendet werden. Im Juli will Joachim Klein erneut nach Irland fliegen, um den Tierschützern die Spenden zu übergeben.

Weitere Infos gibt es auf der Internetseite des Vereins: www.hundeverein-tao.de .

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