Christine und Klaus Hachenburger sprechen mit SPD-Bürgermeisterkandidatin Lena Herget-Umsonst (r.) auch über ihre Idee, einen Selbstversorgungsautomaten aufzustellen. FOTO: PM
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Christine und Klaus Hachenburger sprechen mit SPD-Bürgermeisterkandidatin Lena Herget-Umsonst (r.) auch über ihre Idee, einen Selbstversorgungsautomaten aufzustellen. FOTO: PM

Kartoffeln, Eier und ein Automat

  • vonred Redaktion
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Reichelsheim(pm). 1986 übernahmen Argartechniker Klaus Hachenburger und seine Frau Christine den Landwirtschaftsbetrieb der Eltern in Beienheim. Die beiden führen ihn seitdem im Vollerwerb. Kürzlich war SPD-Bürgermeisterkandidatin Lena Herget-Umsonst zu Besuch. "Die Unterstützung der heimischen Landwirtschaft und die Förderung der Direktvermarkter sind feste Bestandteile meines Programms für unsere Heimatstadt Reichelsheim", sagte sie.

Bis 1994 hielten Hachenburgers die Milchviehhaltung aufrecht, bis sie sich verstärkt der Kartoffelvermarktung zuwendeten. Schließlich wurde mit der "Beienheimer Gemüsekiste" eine GbR gegründet. "Ich habe 20 Jahre auf Wochenmärkten in Nidda, Hungen, Homberg-Ohm und sogar in Stadtallendorf unsere Produkte verkauft", erzählt Christine Hachenburger, gelernte Hotelfachfrau. Zudem führte sie zehn Jahre ein Hoflädchen mit regionalem Obst und Gemüse.

Sie und ihr Mann bewirtschaften 82 Hektar. Im Moment liegt der Fokus auf der Vermarktung von Kartoffeln und Eiern; der Betrieb exportierte aber auch schon Rinder und Zuchtvieh. "Wir machen das, was gefragt wird", sagte Klaus Hachenburger. Neu getestet und für gut befunden wurde der Anbau von Sojabohnen. "Wir ziehen unser Futter für unsere 1650 Hühner aus dem eigenen Anbau."

Wo die Hühner leben und wie die Sortierung der Eier funktioniert, zeigten Hachenburgers der Kandidatin bei einer Führung. Die Verpackung wird mit einem Barcode und einem Logo der "Gemüsekiste" versehen. "Verbraucher-Informationen rund ums Ei sind auf der Schachtel ersichtlich und dürfen das Label ›Geprüfte Qualität Hessen‹ tragen", erklärte Christine Hachenburger. Sie kümmert sich hauptsächlich um die Akquise neuer Abnahmemöglichkeiten.

"Die Dokumentationspflicht und insgesamt die Bürokratie ist für Landwirtschaftsbetriebe enorm gestiegen", kritisierte Klaus Hachenburger. Auszugsweise präsentierte er Herget-Umsonst eine Schlagkartei, die er mithilfe eines Portals pflegt. Zudem zeigte er ihr seine Anbauübersicht für 2021. "Wir setzen auf vielfältige Kulturen und Innovationen. Wir haben mit der Sojabohne beispielsweise etwas völlig Neues ausprobiert, und es hat geklappt", sagte der Agrartechniker.

Hachenburgers befassen sich seit einiger Zeit mit einer Idee, die Herget-Umsonst unterstützt: ein Selbstversorgungsautomat im Ort. "Wir könnten dort Eier und Kartoffeln anbieten", sagte Christine Hachenburger. Nicht nur ein Anbieter müsse den Automaten füllen. "Eine Kooperation zwischen mehreren Direktvermarktern und dem Dorfmetzger wäre ideal", sagte Herget-Umsonst. "So könnten wir regionale Produkte besser vermarkten und die Einkaufsmöglichkeiten vor Ort stärken." Wenn das Pilotprojekt gelinge, könnte dies auch in anderen Stadtteilen realisiert werden.

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