Das "Wäldchen" zwischen Grundschule und Bürgerhaus soll für eine neue Kita weichen, was im Meinungstreff der WZ und auch bei Facebook intensiv diskutiert wird. Eine Bürgerinitiative setzt sich für den Erhalt des Geländes ein. FOTO: NICI MERZ
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Das "Wäldchen" zwischen Grundschule und Bürgerhaus soll für eine neue Kita weichen, was im Meinungstreff der WZ und auch bei Facebook intensiv diskutiert wird. Eine Bürgerinitiative setzt sich für den Erhalt des Geländes ein. FOTO: NICI MERZ

"Gründe erneut darlegen"

Kampf um das "Wäldchen": Herget-Umsonst regt Sondersitzung an

  • vonred Redaktion
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In Leserbriefen in der WZ und auch auf Facebook wird derzeit über den geplanten Neubau des Kindergartens auf dem Areal des sogenannten Wäldchens diskutiert. Jetzt könnten sich die Gremien erneut mit dem Thema beschäftigen.

SPD-Bürgermeisterkandidatin Lena Herget-Umsonst schreibt jetzt in einer Pressemitteilung, sie setze sich "für einen fairen und sachlichen Dialog mit allen Beteiligten" ein. Sie schlägt eine Sondersitzung des Fachausschusses der Stadtverordnetenversammlung vor, um die Standort-Entscheidung erneut zu begründen.

Verweis auf 100 neue Kita-Plätze

"Ich finde es gut, wenn Bürger sich engagieren und mit ihrem Wohnort identifizieren", sagt Herget-Umsonst. "Aber gerade bei solch wichtigen Entscheidungen, die über mehrere Sitzungen öffentlich in den parlamentarischen Gremien der Stadt beraten und entschieden wurden, sollten wir alle sachlich und fair bleiben." So sei beispielsweise im Internet behauptet worden, es handle sich beim "Wäldchen" um ein 45 000 Quadratmeter großes Gelände, obwohl es tatsächlich 4000 Quadratmeter seien. "Ich verstehe, dass es Kritik gibt, wenn ein bewaldetes Areal für eine Bebauung genutzt werden soll, egal wie groß es ist." Deshalb habe sich die Stadtverordnetenversammlung die Entscheidung damals auch nicht leicht gemacht.

Der Beschluss zur Bebauung sei in der Stadtverordnetenversammlung im August 2017 einstimmig gefallen, nach intensiver Beratung im Fachausschuss, betont die SPD-Kandidatin. Und weiter: "Auch wenn im Internet ein anderer Eindruck erweckt wird: Alle drei Bürgermeisterkandidatinnen und -kandidaten haben der Bebauung des ›Wäldchens‹ zugestimmt. Dies ist dem offiziellen amtlichen Protokoll der Sitzung zu entnehmen."

Info zu ökologischer Wertigkeit

Herget-Umsonst: "Bei allem Verständnis für die aufgekommene Debatte: Mir ist es sehr wichtig, dass es keine Verzögerung für die dringend erforderlichen Kinderbetreuungsplätze gibt. Die Familien in unserer Stadt vertrauen auf die Zusagen der Politik (… Es geht hier immerhin um 100 neue Kindergartenplätze." Gleichzeitig wolle sie die Kritik aber ernst nehmen und berücksichtigen. Aus diesem Grund schlage sie eine Sondersitzung des Ausschusses für Infrastruktur, Stadtentwicklung, Landwirtschaft und Umwelt vor.

In dieser Sitzung sollten Magistrat und Verwaltung nochmals die Gründe darlegen, "die dafür maßgebend waren, dass nach Abwägung aller Vor- und Nachteile das ›Wäldchen‹ als Standort für den dringend benötigten Kita-Neubau in Reichelsheim festgelegt wurde". Zu der Sitzung sollten, so Herget-Umsonst, ein Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde sowie die Revierförsterin eingeladen werden, die Auskunft über die ökologische Wertigkeit des Geländes geben könnten. Auch Fragen nach möglichen ökologischen Ausgleichsflächen könnten entsprechend Berücksichtigung finden.

"Es ist wichtig, dass wir die aufgekommene Diskussion ernst nehmen, die aufgeworfenen Fragen sachlich beantworten und dabei das Projekt Kindergartenneubau nicht verzögern oder gar gefährden", sagt die SPD-Kandidatin weiter.

Herget-Umsonst, die auch Stadtverordnetenvorsteherin ist, hat angekündigt, "unverzüglich" Kontakt mit den Fraktionsvorsitzenden aller in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Parteien und dem Ausschussvorsitzenden aufzunehmen. Sie werde vorschlagen, kurzfristig eine Sondersitzung einzuberufen. Zudem werde sie bei einem Vororttermin den Austausch mit der Bürgerinitiative suchen.

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