»Jeder Baum zählt«

  • Dagmar Bertram
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Reichelsheim (dab). Rudolf Zentgraf, Sprecher der »Wäldchen«-BI, kann die von Bürgermeister Bertin Bischofsberger vorgebrachten Argumente zur Fällung von gesunden Bäumen am Anglerteich (die WZ berichtete) nicht nachvollziehen. Die Wurzeln der Bäume hatten den Rundweg angehoben; eine Verlegung des Weges um ein, zwei Meter hätte laut Bischofsberger nichts geholfen, weil man in zehn Jahren das gleiche Problem gehabt hätte.

Zentgraf kontert, dann aber hätten die beiden Doppelbäume zumindest noch zehn Jahre stehen können. »Ein großer Baum entzieht der Atmosphäre pro Jahr etwa fünf Tonnen Kohlendioxid und produziert vier Tonnen Sauerstoff. Fernerhin verdunstet er 200 bis 300 Liter Wasser am Tag und bindet pro Jahr etwa 100 Kilogramm Feinstaub«, sagt Zentgraf. Bezogen auf die beiden gegabelten Bäume hieße das: »Sie hätten in zehn Jahren 200 Tonnen Kohlendioxid aus der Atmosphäre geholt, 160 Tonnen Sauerstoff produziert und vier Tonnen Feinstaub gebunden.« Zu diesen beiden großen Bäumen kämen »noch deutlich mehr gesunde, wenn auch kleinere« hinzu, die wegen ihrer Nähe zu den Wegen am Teich gefällt worden seien.

Zentgraf weist in seiner Pressemitteilung auch auf die Bedeutung des Wäldchens für den Klimaschutz hin. »Dort stehen über 60 große Bäume, die Jungbäume nicht mitgezählt.« Pro Jahr entziehe das Wäldchen der Atmosphäre 300 Tonnen Kohlendioxid, produziere 240 Tonnen Sauerstoff, binde sechs Tonnen Feinstaub und verdunste am Tag 15 000 Liter Wasser, »also in einem Jahr 5,5 Millionen Liter«.

Beide, die Bäume am Teich und am Wäldchen, seien zudem besonders resistent gegen Dürre, weil sie nahe am Wasser stünden und immer gut mit Grundwasser versorgt würden. Das mache sie besonders schützenswert - umso unnötiger seien die Fällungen am Teich und umso wichtiger sei es, »das Wäldchen unbedingt zu erhalten«.

Zentgraf nimmt abschließend auch Bezug auf die aktuelle politische Frage, ob Reichelsheim dem Bündnis »Hessen aktiv: Die Klima-Kommunen« beitreten soll. Wer Klima-Kommune sein wolle, sagt der BI-Sprecher, möge künftig vor dem Fällen berücksichtigen, was ein großer Baum pro Jahr für die Menschen leiste. »Es zählt jeder Baum, im Kleinen wie im Großen, wenn wir dem Klimawandel effektiv begegnen wollen.«

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