150 Jahre Concordia: Mit Bulldog zur Geburtstagsparty

Reichelsheim-Dorn-Assenheim (hh). Gelungener Auftakt zum 150. Geburtstag des Gesangvereins Concordia: Mit dem Bekenntnis "Mir schwätze aach platt" starteten die Sänger ein abwechslungsreiches und unterhaltsames Programm, bei dem die hessische Mundart zwar Trumpf, aber keinesfalls die Maxime des Abends war.

Im Gegenteil: Mit den Bembelsängern standen fünf ambitionierte Künstler auf der Bühne, die professionell mit Parodien auf bekannte Popsongs ein Feuerwerk aus Gesang, Klamauk und Wortwitz abbrannten. Vorsitzende Ilona Böhm und Moderator Axel Finkeldey hatten einen weiteren Grund zur Freude: Mit 200 Gästen war die Sport- und Festhalle bestens gefüllt.

Zunächst wurde Schloggebacher Platt gebabbelt, was das Zeug hält. Mit drei Sketchen feierte das neu formierte Mundartensemble eine gelungene Premiere. Da nahmen sich die Akteure auch mal selbst auf die Schippe und gaben einen Einblick in die schulischen Leistungen ehemaliger Dorfgrößen. Kenner der Dorn-Assenheimer Szene wussten schnell, wer sich hinter Schmidtbelzersch, Franzphillips, Kurde, Ihls, Kinzels oder Sanders verbirgt. Schließlich standen deren waschechte Nachkommen auf der Bühne: Patricia Faulstich, Christina Gast, Gerhard Rack, Magdalena Kempf, Sandra Heinzmann und Gabi Ess legten ihr Lampenfieber schnell ab. Dass dann noch die "Wirtschaft zum Bambi" mit ihren Brutzelhähnchen und Silberhälschen persifliert wurde, versteht sich von selbst. Bei Quizmaster Holger Hachenburger knackte Christina Gast später diverse Ratenüsse, um trotz aller Hindernisse den Jackpot abzuräumen.

"A cappella ist unsere Welt, die uns zusammenhält", stellten sich nun die im Licher Raum beheimateten Bembelsänger vor, um sich zugleich als älteste Boygroup der Welt zu outen. Virtuos reihte das Quintett Song an Song, die es mit eigenen Texten würzte und mit einer Prise mal derbem, mal feinsinnigem Humor verfeinerte. "Wir singen, weil wir zu faul sind, die Instrumente zu schleppen", gab Conférencier Jörg Welker unumwunden zu. Also wurde Udo Jürgens neu arrangiert und bei "Mit 66 Haaren, da fängt die Glatze an" über die sich lichtende Haarpracht lamentiert oder das Alter karikiert: "Meine dritten Zähne sind wie ein neues Leben." Auch die Weiblichkeit bekam ihr Fett ab, in einer Parodie auf die Münchner Freiheit brachten die Akteure ihre Vorstellung einer langen Ehe so auf den Punkt: "Ohne dich wär ich viel besser dran." Brillant das Tenorsolo von Ingo Lapp, der dem Publikum ein Heiratsbewerbungsständchen brachte.

Einen Farbtupfer steuerten die Alphorndudler zum Programm bei. Das Quintett entführte das Publikum in die alpenländische Bergwelt, wo sich getragene Melodien fließend mit einem flotten Polkastil zu einem gern gelauschten Klanggenuss ergänzten.

Dem wollte auch die Concordia nicht nachstehen. Humorvoll ließen die Sänger mit dem kleinen grünen Kaktus die Comedian Harmonists und damit die 1930er Jahre wiederaufleben. Dann wurde es Hessisch. Erst tuckerte "Willi sein Bulldog" bei jedem "Wearre" über die Bühne, später rollte die "Fläimaschin" (Flugzeug) über die Piste. Applaus gab es auch für die Kleinen. Der Kinderchor machte sich mit Yvonne Adelmann zunächst musikalisch beim Frisör schick und stellte dann die Tierwelt auf den Kopf.

Auf ein klassisches Festwochenende verzichten die Sänger der Concordia zum 150-jährigen Bestehen, stattdessen wird das Jubiläum mit mehreren Veranstaltungen das ganze Jahr über gefeiert. Im Mai findet zudem ein Benefizkonzert statt, das Datum steht noch aus. Die weiteren Termine:

5. Juli: Gottesdienst in der Pfarrkirche

19. Juli: Kommersabend mit buntem Programm

20. Juli: Festgottesdienst mit Frühschoppen und Darbietungen

14. September: Kinderfest

12. Oktober: Abschlussveranstaltung

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