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Harmonie begeistert bei Frühlingsfest mit Filmmelodien

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Mit »Boomwhackers« – Röhren aus Kunststoff – erzeugt die Harmonie ungewöhnliche Polkaklänge.
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Mit »Boomwhackers« – Röhren aus Kunststoff – erzeugt die Harmonie ungewöhnliche Polkaklänge. (Foto: hh) © Holger Hachenburger

Reichelsheim-Dorn-Assenheim (hh). Mit viel Experimentierfreude und packenden Soli feierte der Musikverein Harmonie sein Frühlingsfest der Blasmusik. John Miles’ Hymne »Music« stand quasi Pate für das Motto der Aktiven: »Musik gehört zu unserem Leben.«

Dirigent Andreas Schmidt setzte auf viele tolle Filmmelodien, seine Musiker beherrschen konzertante Blasmusik genauso stilsicher wie die Ohrwürmer der Leinwandklassiker der 60er und 70er Jahre.

Facettenreich überraschte zunächst das Jugendorchester. Nach klassischer Festmusik von Richard Wagner und einer erfrischenden böhmischen Polka trumpfte der Nachwuchs unter Alexander Jerke gut getaktet auf. Einer Bossa-Nova-Variante folgten einfühlsame Motive der US-Pop-Ballade »Can’t take my eyes off you«.

Mit atypischer Marschmusik von Salemonia zündete die Harmonie ein erstes Feuerwerk, um mit irisch-keltischen Tönen im »Lord of the Dance« gleich einen Kontrapunkt zu setzen. In einem Mix aus mystischer, mitreißender Tanzshowmusik wechselten kräftige, wirblige Passagen mit sanften, lebensfrohen Melodien ab. Die Harmonie überzeugte mit konzentriertem, pointiertem Spiel, das hohe Tempo verlangte, Fingerfertigkeit und eine saubere Intonation. In der Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse legte das tiefe Blech ein tolles Fundament für ein schwungvolles Treiben von Holzbläsern und Trompeten.

Düdüm, dadüm, dadüm... Das Saxofon schlug die ersten Töne an, und schon schlich der rosarote Panther durch den Saal. Es folgte ein Potpourri aus Kompositionen von Henry Mancini. Auch Peter Gunn und Moon River ließen sich nicht lange bitten. Mit der Leichtigkeit des »Baby Elephant Walk« und einem Sinn für feinste Klangnuancen bei »Dreamsville« wagte sich die Harmonie aufs Parkett brillanter Filmmelodien der 60er Jahre. Das Erfolgsrezept: Ungewöhnliche Instrumentierungen, ein Gespür für elegante melodische Linien und ein Schuss Jazz.

Überzeugend interpretierten die Musiker den Nostalgietrip zu Flower Power und Woodstock. Im »Spirit of ’69« wurden hippige Songs der Monkees genauso lebendig wie die Bee Gees in der Ballade »Massachusetts« oder bodenständige Countrymusik. In einer geschlossenen Tonführung wusste die Harmonie einmal mehr, ursprüngliche Gesangsstücke instrumental zu interpretieren. »Achtung, es wird scharf geschossen«, warnte Berthold Schäfer zum Soundtrack des Westerns »Die glorreichen Sieben«. Die Harmonie erweckte nun knallharte Cowboys und rauchende Colts zum Leben. Mal mitreißend und sehnsüchtig, mal bedrohlich und tieftraurig demonstrierten Blech und Schlagzeug viel rhythmisches Talent.

Großen Applaus gab es schließlich für eine Reminiszenz an Udo Jürgens, bei der sich alle Register schwungvoll in der Melodieführung ergänzten. So standen die Trompeten auf »17 Jahr, blondes Haar«, während die Klarinetten »Mit 66 Jahren« das Leben beginnen ließen. Rhythmusinstrumente und Posaunen wünschten sich »Aber bitte mit Sahne« im »Ehrenwerten Haus«, wo sich zum »Griechischen Wein« das hohe Blech zuprostete.

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