Christa Stolle und Holger Hachenburger sammeln Fallobst: Hier könnten sich Bürger bedienen, wenn der Besitzer dies mit einem gelben Band signalisieren würde.
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Christa Stolle und Holger Hachenburger sammeln Fallobst: Hier könnten sich Bürger bedienen, wenn der Besitzer dies mit einem gelben Band signalisieren würde.

Gegen verfaulendes Obst

  • vonred Redaktion
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Reichelsheim(pm). "Gerade heute am Erntedankfest sollte man einmal mehr darüber nachdenken, wo unsere Lebensmittel herkommen", regt CDU-Bürgermeisterkandidat Holger Hachenburger eine Aktion an, über die er sich in der Stadt Lich informiert hat: heruntergefallenes Obst zum Sammeln freigeben, das sonst unter den Bäumen verderben würde. "Wir hatten dies kürzlich in der Fraktionssitzung diskutiert." Hachenburger fragt sich: Warum werden Äpfel zu ungenutztem Fallobst, während in den Supermärkten Ware angeboten wird, die Tausende von Kilometern transportiert wird?

Dabei kam auch die Frage nach den Besitzverhältnissen auf. So sei insbesondere die Kennzeichnung städtischer Flächen wichtig, aber auch privat bepflanzte Weisen, dessen Obst nicht verwertbar ist. Dies könne den Bürgern unentgeltlich angeboten werden. Hachenburger verweist auf eine Initiative der Stadt Lich, die in anderen Bundesländern bereits mit Preisen ausgezeichnet wurde. Obstbäume auf Streuobstwiesen, Flurbereinigungsflächen oder an Straßen, deren Eigentümer Äpfel, Birnen oder Zwetschgen nicht selbst ernten und verwerten können, werden mit einem gelben Band markiert. Das signalisiert: Hier darf geerntet werden.

In einer Anfrage für die kommende Stadtverordnetenversammlung wirbt Hachenburger für dieses Vorhaben. Die gelben Bänder könnten von der Stadt zur Verfügung gestellt werden,

Auch wolle er wissen, inwieweit Bürger Patenschaften für einzelne Bäume übernehmen können, und inwieweit die Stadt überhaupt Potenzial für die Pflege weiterer Streuobstbestände habe. Bei Mitgliedern hiesiger Obst- und Gartenbauvereine und dem Magistrat habe er sich über den intensiven Pflegeaufwand informiert. Dies könnten nur Fachkräfte, "deshalb sollten wir bei der Ausweisung weiterer Streuobstwiesen immer auch daran denken, ob die Bäume nachhaltig gepflegt werden können".

Bürger hätten ihn zudem darauf angesprochen, ob man am Bergwerksee oder einer Fläche in Beienheim ein Gemüsebeet anlegen könnte, das die Bürger dann gemeinschaftlich ernten. "Ich muss zugeben", so Hachenburger, "ich kenne solche Beispiele und hätte riesige Lust, das auszuprobieren. Vielleicht werde ich dann selbst noch zum Hobbygärtner." FOTO: PV

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