CDU-Bürgermeisterkandidat Holger Hachenburger (l.) spricht mit Landrat Jan Weckler über eine aktive Vernetzung von Stadt und Wetteraukreis. FOTO: PV
+
CDU-Bürgermeisterkandidat Holger Hachenburger (l.) spricht mit Landrat Jan Weckler über eine aktive Vernetzung von Stadt und Wetteraukreis. FOTO: PV

"Förderprogramme sind das A und O"

  • vonred Redaktion
    schließen

Reichelsheim(pm). "Reichelsheim hat einen topmodernen Schulbau mit ausreichenden Kapazitäten", sind sich CDU-Bürgermeisterkandidat Holger Hachenburger und Landrat Jan Weckler einig. Bei einem Austausch sprachen sie über das Engagement des Kreises für die Grundschule im Ried, die Vernetzung von Schule und Vereinen sowie die Möglichkeiten, Dorfkerne zu beleben und attraktiv zu halten.

Ortskerne beleben

Über drei Millionen Euro hat der Kreis für eine Mensa, Klassen- und Betreuungsräume und in den Außenbereich der Grundschule investiert. Zudem wurde die digitale Ausstattung modernisiert und die Schule mit einem Glasfaseranschluss für schnelles Internet ausgestattet. Hachenburger freute sich, dass die Grundschule als eine der ersten im Kreis dem "Pakt für den Nachmittag" beigetreten ist und somit Familien ein zeitgerechtes Angebot vorfänden. "Reichelsheim steht bezüglich der schulischen Infrastruktur und des Ganztagsangebots sehr gut da", findet auch Weckler.

Durch die Dynamik der gesellschaftlichen Entwicklung sei eine Ganztagsbetreuung unerlässlich, betonte der Landrat. Sorgen machen Hachenburger dabei allerdings die Vereinsstrukturen. Wenn die Kinder um 16.30 Uhr die Ganztagseinrichtung verlassen, ziehen die Vereine den Kürzeren. Mit der Förderung von Land und Kreis bietet die Schule vollumfängliche Module ab 7.30 Uhr an. Eine Kooperation zwischen Schulen und Vereinen sei erstrebenswert. So könne sich die Schule AGs ins Haus holen, die finanziell gefördert würden. Hachenburger denkt an eine AG Feuerwehr, versprach, er wolle sich für die Vernetzung von Bildungseinrichtungen und Vereinen oder Feuerwehr starkmachen und Kontakte knüpfen: "Aber dazu bedarf es auch der Vereinsverfügbarkeit tagsüber."

Während der Kreis mit der Ganztagsbetreuung auf die gesellschaftlichen Erfordernisse reagiert hat, sieht Hachenburger ein weiteres Problem: "Wir haben Neubaugebiete ausgewiesen, haben steigende Schülerzahlen, aber die Einwohnerzahl ist konstant." Das weise klar auf die Problematik in den Dorfkernen hin. Die Belebung dieser Bereiche sei eine immense Herausforderung. Sein Häuschen im Grünen könne man sich nach eigenen Wünschen gestalten, der Zuzug in die Kernbereiche scheitere oft an Auflagen und finanziellen Mitteln.

"Beratung und Förderprogramme sind das A und O", sagte Weckler. Dabei bringe sich der Kreis koordinierend über die Wirtschaftsförderung und diverse Programme wie das LEADER-Projekt ein. Weckler verwies auf die neue Dorfakademie, die aus der Aktion "Dorf und Du" entstanden ist. Hier solle in einem zentralen regionalen Entwicklungsansatz mit den Kommunen ein Konzept der Innenentwicklung erarbeitet werden. Dazu bietet die Dorfakademie verschiedenste Qualifizierungs- und Bildungsangebote an, stellt Wissen zur Verfügung, vermittelt Kontakte und trägt zur Entstehung neuer Netzwerke bei.

Neben der Innerortsentwicklung und dem Beheben von Leerständen betonte der CDU-Kandidat, er wolle touristische, erwerbswirtschaftliche und Standortmarketing-Elemente generationenübergreifend bündeln. Dazu gebe es viele Möglichkeiten, wie das zur nachhaltigen Stadtentwicklung initiierte Programm "Aktive Kernbereiche", für das Reichelsheim sich beworben hat. Auch das Projekt IKEK zur Weiterentwicklung der Dorferneuerung habe seine Reize.

"Dörfer sind nur dann lebendig, wenn man die Menschen mitnimmt", sagte Hachenburger, Doch letztendlich sei eines klar: Die Stadt Reichelsheim benötige das Wissen und auch die Fördermittel zentraler Stellen, um die Attraktivität der Dorfkerne zu steigern. "An einer solchen Strategie möchte ich mitarbeiten, und dabei spielt der Wetteraukreis für mich eine zentrale Rolle."

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare