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Die ganze Nacht hindurch sind die Feuerwehrleute im Einsatz, um die Fische im Angelteich zu retten.

Großeinsatz

Feuerwehr rettet Hunderte Fische in Reichelsheim

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Weil die Wasserqualität wegen der Hitze gelitten hat, drohten Hunderte Fische in einem Zuchtteich zu sterben. 75 Einsatzkräfte von Feuerwehr und DRK gaben alles, um sie zu retten.

Die sechs Reichelsheimer Feuerwehren haben vermutlich hunderten Fischen in einem Zuchtteich in Weckesheim das Leben gerettet. Durch die andauernde Hitze waren Wasserpegel und -qualität des nur rund 1200 Quadratmeter großen "Everett-Teiches" stark abgesunken. Schleien, Karpfen, Rotaugen oder Moderlieschen drohten zu verenden. 

Feuerwehr rettet Hunderte Fische: Eine Million Liter Wasser 

In seiner Not wandte sich der Angelsportverein an den Wetteraukreis. Die Untere Wasser- und Bodenschutzbehörde genehmigte daraufhin die Entnahme von 1000 Kubikmetern Wasser aus dem nahen Bergwerksee. Um die eine Million Liter Wasser von dem rund 600 Meter Luftlinie entfernten See in einen Teich zu bekommen, waren Feuerwehr und DRK ab Freitagabend ganze 14 Stunden im Einsatz, koordiniert von den Stadtbrandinspektoren Nicklas Pipperek und Markus Ritter. 

Das nötige Wasser pumpen zwei Löschfahrzeuge aus dem Bergwerksee.

Die zwei größten Löschfahrzeuge aus Reichelsheim und Weckesheim wurden direkt am Bergwerksee stationiert. Beide verfügen über leistungsstarke Pumpen, die jeweils bis zu 1600 Liter Wasser pro Minute fördern können. So wurde das Seewasser über zwei 400 Meter lange Schlauchleitungen auf die rund zehn Meter höher gelegene Dorn-Assenheimer Straße gepumpt, dort in zwei Faltbehältern aufgefangen und mit zwei weiteren Pumpen - sogenannten Tragkraftspritzen - über 700 Metern zum Teich gepumpt. Während ein Schlauch direkt in den Teich führte, wurde dieser mit der zweiten Leitung über das Tragkraftspritzenfahrzeug der Feuerwehr Heuchelheim über mehrere Strahlrohren mit Sauerstoff angereichert.

Feuerwehr rettet Hunderte Fische: Fast zehn Stunden im Schichtbetrieb gepumpt

Für die Feuerwehren bedeutete dieser Einsatz bei Temperaturen weit über 30 Grad Schweißarbeit. Über 100 je 20 Meter lange B-Schläuche, von denen jeder rund elf Kilo wiegt, seien verlegt worden, berichtete Alexander Hitz. Fast zehn Stunden habe man im Schichtbetrieb Wasser aus dem Bergwerksee in den Zuchtteich gepumpt.

Gegen 5.30 Uhr war der Zuchtteich soweit wieder befüllt, dass die Pumpen abgestellt werden konnten. Nach zwei weiteren Stunden waren alle Schläuche und Geräte wieder auf den Fahrzeugen und Anhängern.

Über lange Schlauchleitungen gelangt das Wasser nach Weckesheim.

75 Einsatzkräfte von Feuerwehr und DRK waren bei diesem Einsatz tätig. Während des Einsatzes stellten die Feuerwehren aus Beienheim und Blofeld wechselweise mit je einer Gruppe und einem Löschfahrzeug den Brandschutz sicher.

Die Schnelleinsatzgruppe Betreuung des DRK-Ortsverbands Reichelsheim versorgte die schwitzenden Helfer in einer Hofeinfahrt mit Kaffee, Tee und Wasser sowie Abendessen und Frühstück. Nach dem Einsatz bedankte sich ASV-Vorsitzender Kai-Uwe Repp bei allen Einsatzkräften.

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