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Der Hubschrauber »Christoph Hessen« verlässt seinen Einsatzort Reichelsheim. Das neue Zuhause wird das Hubschraubermuseum in Bückeburg.

Abschied vom Reichelsheimer Rettungshubschrauber

»Christoph» zieht ins Museum nach Bückeberg

Von Rumänien über Frankreich bis nach Reichelsheim. Der Rettungshubschrauber »Christoph Hessen« hat eine spannende Geschichte - so war Elton John zum Beispiel einer seiner Passagiere.

Am vergangenen Wochenende hat »Christoph Hessen« die letzte Reise angetreten: Der ehemalige Rettungshubschrauber wurde ins Hubschraubermuseum Bückeburg überführt, wo er in Zukunft besichtigt werden kann. »Christoph Hessen« hatte viele Namen und eine bewegte Geschichte.

»Bevor die Maschine ihren Weg nach Deutschland fand, diente sie Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre dem rumänischen Diktator Nicolae Ceausescus als Staatsmaschine«, erzählt Louis Gehrmann von Heli-Flight. Anschließend sei die D-HAAK nach Marseille zur damaligen Firma Eurocopter gekommen. »Dort wurde die Maschine umgebaut, damit sie mehr Last heben kann.«

Zunächst als »Florian Köln« untgerwegs

Anschließend sei der Hubschrauber nach Deutschland gekommen. Zunächst sei dieser als »Florian Köln 07/84-01« im Auftrag des Ambulanzflugdienstes Köln für die Arcus-Air geflogen. Danach sei die D-HAAK mit Transportaufgaben bei der Firma Meravo im Einsatz gewesen. 1995 hat Heli-Flight den Hubschrauber übernommen.

»Wir waren damals eines der wenigen Unternehmen, die überhaupt so einen großen Hubi hatten«, sagt Gehrmann. Das sei besonders im Rettungswesen von Vorteil gewesen. »Wir konnten zum Beispiel Verlegungen machen, was anderen gar nicht möglich war - abgesehen von der Bundeswehr natürlich.«

Vielfältiger Einsatz: Luftrettung, Außenlast und VIP-Transporte

Die Heli-Flight habe den Hubschrauber erstmals als Intensivtransporthubschrauber unter dem Funkrufnamen »Rettung Reichelsheim 89/01« eingesetzt. 2003 sei dann die Umbenennung in »Christoph Reichelsheim« erfolgt, woraus 2006 »Christoph Hessen« wurde.

»Bekannt wurde die ›Christoph Hessen‹-Flotte vor allem durch die Nachtflugtauglichkeit und einer Einsatzbereitschaft rund um die Uhr«, sagt Gehrmann. »Für eine sehr lange Zeit haben wir die Maschine im Bereich der Luftrettung, der Außenlast und für VIP-Transporte eingesetzt.«

Elton John öfter an Bord

Zu einem regelmäßigen VIP-Gast zählte Elton John. »Der ehemalige Geschäftsführer Klaus Gehrmann hat Elton John damals von Frankfurt nach Aschaffenburg geflogen«, erzählt Gehrmann. John sei danach noch öfter mit anderen Piloten in der D-HAAK mitgeflogen.

Im Aufgabenbereich der Außenlast habe »Christoph« zum Beispiel Klimaanlagen für die Frankfurter Skyline transportiert .Zuletzt sei der Hubschrauber im Jahr 2016 im Einsatz gewesen.

Doch nun hieß es für die Mitarbeiter von Heli-Flight Abschied nehmen: »Wir sind froh, unsere berühmte D-HAAK in solch gute Hände übergeben zu können.« Wer die berühmte Maschine einmal selbst betrachten möchte, findet sie demnächst im Museum in Bückeburg.

Warum Christoph?

Heute heißen alle deutschen Rettungshubschrauber Christoph. Sie sind nach dem heiligen Christophorus, dem Nothelfer und Schutzpatron der Schiffer und Reisenden benannt. Je nach Einsatzgebiet steht dahinter üblicherweise eine Nummer oder ein Ortsname. »Christoph Europa« bezeichnet beispielsweise Rettungshubschrauber, die sich nahe an einer Grenze befinden

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