Charlotte Hülsbömer liebt klassische Klaviermusik. Mit ihrem Spiel heimste sie bereits einige Preise ein.
+
Charlotte Hülsbömer liebt klassische Klaviermusik. Mit ihrem Spiel heimste sie bereits einige Preise ein.

Charlotte Hülsbömer aus Reichelsheim liebt ihr Klavier

Reichelsheim-Dorn-Assenheim (kai). Gefühlvoll klopft Charlotte Hülsbömer auf ihren Flügel. "Mein liebstes Stück", sagt sie beiläufig.

"Ein Flügel hat eine viel bessere Technik als ein Klavier", erklärt die 17-jährige. Irgendwann sei ihr altes Klavier bei ihrem Spiel an seine Grenzen gekommen. Vor einigen Jahren spendierte ihr Vater ihr das Instrument. Inzwischen ist es der Mittelpunkt im Haus in Dorn-Assenheim. Einige Stunden sitzt sie täglich auf dem Hocker vor ihrem Flügel und übt. Behände schweben ihre Finger über die Tasten. "Es macht riesigen Spaß, es ist mehr als ein Hobby, es ist Leidenschaft", sagt Hülsbömer. Der Erfolg gibt ihr Recht: erste Konzerte, Preise bei Jugend musiziert. Zuletzt gab’s beim 50. Bundeswettbewerb in Nürnberg den 3. Preis "Klavier-Kammermusik" für ihr Trio, das sie mit einer Geigerin und einer Cellistin bildete.

Hülsbömer schwärmt von klassischer Musik. "Beethoven, Chopin, Brahms da gibt es so vieles", zählt sie auf. "Nur Bach, den mag ich nicht, der ist mir zu klassisch." Klassische Musik fordere Musiker mehr heraus. Da könne so viel herausgehört oder hineininterpretiert werden. "Moderne Filmmusiken sind zu einfach geschrieben", erklärt die Pianistin. Für sie darf’s schon etwas mehr sein.

Strukturiert geht sie die ihr Klavierspiel an: Den Unterricht bei Benjamin Schütze in der Musikschule Bad Nauheim, dazu kommen extra Kurse, die Leistungswochenenden an der Landesmusikakademie in Schlitz. Hier lernte sie vor einigen Monaten ihre neue Duett-Partnerin kennen. Geigerin Maria Schönwälder aus Frankfurt. Mit der Musikstudentin gestaltete sie einige Konzerte in Bad Homburg und Frankfurt. "Jeder Wettbewerb, jedes Konzert fordert mich heraus, die Ansprüche steigen", sagt die Lioba-Schülerin. Bis zu vier Stunden täglich übt sie dafür. In den Phasen bleibe für die anderen Hobbys Standardtanz, den Schulchor, Treffen mit Freundinnen, den Job als Aushilfe und das Lernen weniger Zeit. "Das Klavierspielen ist dann richtiges Training, dafür steht alles andere hinten an." Stück für Stück steigere sie sich, spiele die schnellen Passagen erstmal langsam. Ihr Metronom gibt dabei das Tempo vor. "Es ist für Außenstehende schwer sich vorzustellen, wie eine Jugendliche freiwillig Stunden am Klavier übt", gibt sie zu. "Wenn die Konzerte vorbei sind und ich mal zwei Tage nicht spiele, fehlt mir etwas ich brauche das Klavierspielen.

" Schon als Dreijährige zog sie das Instrument in ihren Bann. Damals wurden die älteren Schwestern in Dauernheim zu Hause von einer Klavierlehrerin unterrichtet. "Ich war immer dabei, bekam die letzten fünf Minuten geschenkt", erzählt sie. Als Fünfjährige gab’s den ersten Unterricht für die jüngste von vier Schwestern. Drei Jahre später spielte sie bei Benjamin Schütze vor, der nahm sie sofort als Schülerin auf. Ihr nächstes musikalisches Ziel: Ein Programm für die Aufnahmeprüfungen an verschiedenen Musikhochschulen austüfteln. "Dort muss mit einem 45 minütigem Programm vorgespielt werden, das zu bearbeiten und zu perfektionieren braucht Zeit."

Ob sie einmal Profi-Musikerin werden möchte, weiß sie noch nicht. "Klar, wenn ich an Hochschule angenommen werde, absolviere ich erstmal ein klassisches Musikstudium, danach kann ich ja noch Medizin oder Psychologie studieren." Und fürs Abitur mit den Leistungsfächern Politik und Wirtschaft sowie Biologie müsse sie ja auch noch was tun. "Das klappt schon ganz gut", sagt die 17-jährige schmunzelnd.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare