Bürgermeisterkandidat Martin Welti und Ehefrau Brita Bielke scheinen das Aus gelassen zu nehmen.
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Bürgermeisterkandidat Martin Welti und Ehefrau Brita Bielke scheinen das Aus gelassen zu nehmen.

Bürgermeisterwahl: Kleiner Vorsprung für Amtsinhaber

Reichelsheim (lk). Im ersten Durchgang der Bürgermeisterwahl in Reichelsheim sind am Sonntagabend die beiden parteilosen Kandidaten in die Stichwahl gekommen: Amtsinhaber Bertin Bischofsberger (unterstützt von CDU und FWG) holte 45,6 Prozent, Stadtverordnetenvorsteher Holger Strebert (SPD-unterstützt) bekam 44,3 Prozent.

Damit hat Bischofsberger einen hauchdünnen Vorsprung von 39 Stimmen auf seinen Herausforderer. Der dritte Bewerber, Grünen-Mann Martin Welti, errang 10,1 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 56,2 Prozent, das sind 2,3 Prozentpunkte mehr als 2008. Die Stichwahl findet am Sonntag, 12. Oktober, statt. Dann wird feststehen, wer ab 1. Januar 2015 Rathauschef sein wird.

Die große Enttäuschung, der große Jubel blieben bei der Live-Präsentation der Wahlergebnisse im Reichelsheimer Bürgerhaus aus. Rund 100 Menschen verfolgten, wie die Zahlen aus den einzelnen Wahlbezirken eintrudelten. Heuchelheim, der kleinste Stadtteil, machte den Anfang. 345 von insgesamt 5356 Wahlberechtigten konnten dort ihre Stimme abgeben, 173 taten das auch. Der in Heuchelheim lebende Welti fuhr hier das für ihn beste Ergebnis ein: 19,3 Prozent votierten für ihn.

Es folgten die Bezirke Beienheim und Blofeld, dann die CDU-Hochburg Dorn-Assenheim, zugleich Wohnort von Bischofsberger. Er konnte dort deutlich punkten, 385 von 949 Wählern gaben ihre Stimme ab, 297 von ihnen (79,2 Prozent) stimmten für Bischofsberger. Trotz dieser niedrigen Wahlbeteiligung (40,6 Prozent) gab’s im Saal kurzen Szenenapplaus, dann war auch schon Weckesheim dran. Dort lebt Strebert. Er holte in seinem Stadtteil 57,5 Prozent (272 Stimmen), insgesamt waren 55,6 Prozent der Weckesheimer ins Wahllokal gegangen.

"Ich habe mit dem Ergebnis nicht gerechnet. Aber zwischen Schwarz und Rot ist es sehr schwer, von einer kleineren Parteibasis aus zu punkten", kommentierte Welti, der im Wahlkampf geäußert hatte, er sehe sich in der Stichwahl. Eine konkrete Empfehlung für diese wollte er gestern noch nicht abgeben. "Ich bin zufrieden mit dem Ausgang", sagte Strebert, der ankündigte, in den kommenden zwei Wochen nochmals Wähler mobilisieren zu wollen. "Ich denke, es wird trotzdem knapp werden.

" Bischofsberger sagte: "Ich bin davon ausgegangen, dass es in die Stichwahl geht." Etwas enttäuscht sei er von der recht geringen Wahlbeteiligung in einigen Stadtteilen.

"Sehr zufrieden" mit dem Wahlausgang war SPD-Fraktionschef Rainer Schauermann, der vor sechs Jahren gegen Bischofsberger angetreten und in die Stichwahl gekommen war. Mit einem hauchdünnen Vorsprung von 22 Stimmen hatte Bischofsberger gewonnen. "Es ist ein Erfolg, wenn man den Amtsinhaber in die Stichwahl zwingt", sagte Schauermann. CDU-Stadtverbandsvorsitzender Holger Hachenburger äußerte: "Ich habe mit einer Stichwahl gerechnet. Damit, dass es so knapp wird, nicht." (Fotos: nic)

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