dab_hergetumsonst_130421_4c
+
Seit 1. Januar ist Lena Herget-Umsonst als Rathauschefin für 130 Mitarbeiter verantwortlich. Sie ist die erste Frau in diesem Amt: »Erste Bürgermeisterin der Stadt Reichelsheim« steht denn auch auf der Tasse, die sie von ihrer Mutter am Wahlabend geschenkt bekommen hat.

Erste Frau im Amt

Bürgermeisterin von Reichelsheim: »Seit 100 Tagen im Traumjob«

  • vonRedaktion
    schließen

Lena Herget-Umsonst (SPD) ist seit 1. Januar Bürgermeisterin von Reichelsheim. »Seit 100 Tagen darf ich meinen Traumjob ausüben und mich jeden Tag aufs Neue für meine Heimatstadt aktiv einbringen«, zeigt sich die 33-Jährige zufrieden.

Die Pandemie beeinflusse ihre Arbeit jeden Tag, sagt die Reichelsheimer Bürgermeisterin. »Als Chefin von 130 Mitarbeitern muss ich schauen, wie wir den bestmöglichen Schutz am Arbeitsplatz herstellen können.« Dazu gehöre neben Raumluftfiltern, CO2-Messgeräten und FFP2-Masken ein regelmäßiges Testangebot. Zudem sei das Homeoffice ausgeweitet und bei Besprechungen auf Videokonferenzen umgestellt worden Besonders in den Kitas müsse die Verwaltung auf die Pandemie reagieren, erklärt Herget-Umsonst.

Um trotz Corona mit den Bürgern im Austausch zu bleiben, habe sie eine Sprechstunde per (Video-)Telefon eingerichtet. Auch gebe es eine Online-Plattform für Unternehmer. Zudem bediene sie sich der sozialen Netzwerke, um in Kontakt mit der jüngeren Generation zu sein. Hinzukämen regelmäßige Pressemitteilungen. Ziel seien ein reger Austausch und mehr Transparenz. Daher habe sie auch die Neugestaltung der städtischen Homepage beauftragt.

Eins der wichtigsten Themen sei die Verkehrsberuhigung in allen Stadtteilen. Eine verwaltungsinterne Projektgruppe habe die Beschwerden und Anregungen kategorisiert und die Verkehrs-Brennpunkte in Augenschein genommen. Jetzt hätten die Bürger noch einmal das Wort, danach gehe es in die Abstimmung mit allen Behörden und Ebenen, »bis wir konkrete Lösungen vorweisen können«. Gespannt sei sie auch auf die Ergebnisse der Befragung, die die Jugendpflege durchgeführt habe.

Feuerwehrhäuser sanieren

Der Austausch mit Vereinsvertretern habe trotz Pandemie in gewissem Maß stattfinden können, ebenso wie Gespräche mit kirchlichen und schulischen Vertretern, dem Regionalverband und den Fördermittelberatern des Landes. Auch Besuche vor Ort, wie auf dem Pappelhof oder dem Flugplatz, seien möglich gewesen. Wichtig sei ihr zudem gewesen, die Arbeit aller Zweckverbände, in der die Stadt eingebunden sei, kennenzulernen.

Ein offenes Ohr habe sie für die Feuerwehr. Die Begehung aller Gerätehäuser sei geplant, um den Sanierungsstau den Prioritäten und dem städtischen Haushalt angepasst gemeinsam anzugehen.

Auch die Planungen für die Sanierung der Ortsdurchfahrt Heuchelheim seien vorangetrieben worden - dazu finde in den nächsten Tagen ein Anliegertreffen statt. Die Weiterentwicklung des Neubaugebiets in Weckesheim habe ebenso einen großen Raum eingenommen wie die abschließende Entwicklung des ehemaligen Raiffeisen-Geländes. Die Bürgermeisterin habe eine städtebauliche Planung in Auftrag gegeben, die nach Abschluss der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt werde.

Für die Belebung der alten Ortskerne habe sie ein Pilotprojekt mit den »Altbaulotsen« gestartet. Um Menschen zukünftig im ländlichen Raum zu halten, sei auch eine gut funktionierende Breitbandversorgung wichtig. Aus diesem Grund habe sie mit Stadtrat Martin Welti ein Ausbau-Konzept vorgelegt und mehrere Anbietergespräche geführt.

Nach der Sommerpause wolle sie ein Grobkonzept für den Bergwerksee vorlegen, das die bisher geführten Gespräche beinhalte, die Kommunalpolitik einbeziehe und eine engagierte Bürgerbeteiligung ermögliche.

Erzieherinnen eingestellt

Ihre Waldbegehung mit der Revierförsterin habe ihr die künftigen Herausforderungen innerhalb des Stadtwaldes aufgezeigt. Wichtig sei auch der Landschaftspflegeplan und dessen Weiterentwicklung. Weitere Schritte in Sachen Umweltschutz seien ein kommunales Wasserkonzept und der Plan, »Klima-Kommune« zu werden.

»Wir haben ein Impf-Taxi eingerichtet und auch ein ehrenamtliches Unterstützungsangebot bei der Impf-Terminvergabe aufbauen können«, zählt die Bürgermeisterin zum Thema Corona auf.

Auch sei das Team der Stadt Reichelsheim um Erzieherinnen erweitert worden und die Suche nach einem neuen Bauhofleiter gestartet worden.

Einer ihrer bisher schönsten Momente sei neben ihre Vereidigung als Bürgermeisterin und dem herzlichen Empfang durch ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Eröffnung der Kita Wichtelwiese in Dorn-Assenheim und das einjährige Bestehen des Seniorenzentrums in Weckesheim gewesen. »Es ist schön zu sehen, dass wir lebenswerte Räume für Jung und Alt in unserer Heimat haben.«

Drei Bewerber

Lena Herget-Umsonst (SPD) ist die erste Frau, die das Bürgermeisteramt in Reichelsheim bekleidet. Sie hatte sich am 1. November mit 58,95 Prozent der Stimmen gegen Holger Hachenburger (CDU, 21,83 Prozent) Cenk Gönül (FW, 18,5 Prozent) durchgesetzt. Herget-Umsonst ist die Nachfolgerin von Bertin Bischofsberger (CDU), der zwölf Jahre Bürgermeister war und nicht mehr kandidiert hatte.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare