Der Rückschnitt sei ein "Gemetzel", ärgert sich BI-Sprecher Rudolf Zentgraf. Die Arbeiten seien gemäß Pflegeplan durchgeführt worden, sagt Bürgermeisterin Lena Herget-Umsonst.
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Der Rückschnitt sei ein »Gemetzel«, ärgert sich BI-Sprecher Rudolf Zentgraf. Die Arbeiten seien gemäß Pflegeplan durchgeführt worden, sagt Bürgermeisterin Lena Herget-Umsonst.

Rodungen

Wetterau: „Schlachtfeld“ im Reichelsheimer Wald - Bürgerinitiative ist fassungslos

  • Dagmar Bertram
    vonDagmar Bertram
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In Reichelsheim fielen zahlreiche Bäume den Rodungen zum Opfer. Die Bürgerinitiative „Rettet das Reichelsheimer Wäldchen“ spricht von einem „Schlachtfeld“.

Reichelsheim – Nachdem die Bürgerinitiative »Rettet das Reichelsheimer Wäldchen« kürzlich Baumfällarbeiten am Anglerteich kritisiert hatte, richtet BI-Sprecher Rudolf Zentgraf nun den Blick zum Bergwerksee. Dort habe eine »heftige Verwüstung der Natur« stattgefunden, rügt er und spricht von einem »Schlachtfeld«. Bürgermeisterin Lena Herget-Umsonst sagt, die Arbeiten seien gemäß Landschaftspflegeplan und Auflagen der Unteren Naturschutzbehörde durchgeführt worden.

Bürgerinitiative kritisiert Rodungen: Unzählige Bäume unnötig verletzt

BI-Sprecher Zentgraf berichtet der WZ, er sei nach Hinweisen anderer Bürger zum Baggersee zwischen Weckesheim und Dorn-Assenheim gefahren. »Ich war fassungslos, eher entsetzt. Entlang der kompletten Westseite zieht sich außen entlang der Felder ein Bild der Verwüstung, teilweise auch innen am See.« Es gehe nicht nur um Sträucher, sagt Zentgraf, sondern auch um Bäume »von mindestens 15 bis 30 Zentimetern« Stammdurchmesser. »Unzählige (Bäume) wurden völlig unnötig verletzt und werden demnächst sterben.«

Womöglich hätte zurück geschnitten werden müssen, sagt Zentgraf. »Aber muss man dabei gleich so ein Gemetzel anrichten?« Und weiter: An »diversen anderen Stellen« seien Hecken in freier Natur »ähnlich verwüstet« worden. Es sei nicht mehr nachvollziehbar, »was hier gerade geschieht«. Wenn dies das Resultat des neuen Landschaftspflegeplans sei, »dann muss der ganz dringend überarbeitet werden«.

Bürgermeisterin weist Vorwürfe zurück: Gehölze teilweise auf Stock gesetzt

Das sieht Herget-Umsonst anders, auch wenn die Arbeiten am Bergwerksee vor ihrem Amtsantritt am 1. Januar durchgeführt wurden.

Gemäß Landschaftspflegeplan und somit gemäß den Auflagen der Unteren Naturschutzbehörde seien auch Feldgehölze zu pflegen. Die Pflege bestehe in der Regel darin, neben dem Rundum-schnitt, um die Ausbreitung des Gehölzes auf nebenliegende Ackerlandparzellen zu verhindern, zusätzlich alle zwei Jahre ein Fünftel der Gehölze auf Stock zu setzen. Dies dürfe nicht zu niedrig erfolgen, damit die gewünschten Gehölze wieder nachwachsen könnten, sagt Herget-Umsonst.

Für diese Arbeiten sei am 8. Dezember ein Garten- und Landschaftsbauer vom Bauhof mit dem Unternehmer für den Forstmulchereinsatz unterwegs gewesen.

Die Bürgermeisterin betont: »Der genehmigte und mit allen Fachbehörden abgestimmte Landschaftspflegeplan ist Basis unseres Handelns - damals, heute und auch morgen.« (Dagmar Bertram)

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