Diesmal keine Bank: Beim Reichelsheimer Bankgespräch treffen sich Holger Hachenburger (r.) und Dr. Erich Sehrt am Brunnen vor der geschlossenen Mehrzweckhalle. FOTO: PM
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Diesmal keine Bank: Beim Reichelsheimer Bankgespräch treffen sich Holger Hachenburger (r.) und Dr. Erich Sehrt am Brunnen vor der geschlossenen Mehrzweckhalle. FOTO: PM

Bürgerhaus und Masterplan

  • vonred Redaktion
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Reichelsheim(pm). "Wir müssen die konzeptionelle Arbeit zur Bürgerhaussanierung vorantreiben", sind sich CDU-Bürgermeisterkandidat Holger Hachenburger und Fraktionsvorsitzender Dr. Erich Sehrt einig. Seit rund zwei Jahren ist das Gebäude geschlossen, das kulturelle, soziale und sportliche Angebot muss auf Alternativen ausweichen.

Grund für die Stagnation sind mangelnde Kapazitäten der Bauverwaltung. Das soll sich ändern: Laut Bürgermeister Bertin Bischofsberger, so Hachenburger, ist dieser Engpass mittelfristig behoben, sodass das Großprojekt angegangen werden könne. "Wir müssen Vorplanungen zügig in Auftrag geben, Gelder im Haushalt umschichten und die Planer beauftragen", zählt Hachenburger auf. Der CDU-Vorsitzende fordert aber auch angesichts des Kita-Neubaus in unmittelbarer Nachbarschaft, realistisch zu bleiben: "Zehn Millionen Euro an Investitionen am Stück kann die Stadt nicht parallel stemmen."

Beim Gespräch in der Reihe "Drei Themen - zwei Leute - eine Bank" diskutierte er mit Sehrt in der Kernstadt auch die Verkehrsproblematik in den Durchgangsstraßen. Dies betreffe die Überquerung der Bad Nauheimer Straße auf Höhe des Netto-Marktes sowie der Bingenheimer und der Florstädter Straße für Schüler der Grundschule. Durch den Einsatz von Querungshilfen und zusätzlichen Geschwindigkeitsanzeigen könne hier Abhilfe geschaffen werden. Hachenburger sieht darin ein Problem in allen Stadtteilen. Vielleicht eröffne ein "Masterplan Verkehrssicherheit" neue Handlungsspielräume, "doch die Stadt ist da nicht der einzige Spieler auf dem Platz".

Bürger einbinden

"Ich habe noch immer Respekt vor dem Ehepaar, das vor exakt zehn Jahren mit einem Sitzstreik auf die Situation aufmerksam machte", sagte Hachenburger. Zumal durch den Bau der neuen Kita die Situation weiter angespannt bleibe.

Sehrt regte eine Anbindung des Bereichs um die Grundschule östlich der Ortslage über die Bingenheimer Straße an. Zur Parksituation im Bereich Rathaus und Kirche forderte er klare Bezeichnungen von möglichen Parkbereichen, die auf den landwirtschaftlichen Verkehr abgestimmt sein müssten.

Sichtlich verärgert zeigte sich Sehrt über die in seinen Augen Fehlentwicklung der Neuen Mitte: "Diejenigen, die von Wirtschaftsförderung und Entwicklung der Ortskerne sprechen, haben 2018 ein vielversprechendes Konzept verhindert." Dies beinhaltete eine Ärztepraxis, Geschäfte, ein Café und 40 behindertengerechte Wohnungen. "Der Investor hätte die siebenstelligen Erschließungskosten des Geländes getragen." Diese Kosten belasteten nun die Stadtkasse und drohten dadurch, andere wichtige Baumaßnahmen zu gefährden. "Ein beispielloser Vorgang, der die Stadtentwicklung auf Jahrzehnte beeinträchtigt", rügte Sehrt. Die noch zu bebauenden Parzellen sollten möglichst so entwickelt werden, dass ein Teil des ursprünglichen Konzepts realisiert werden kann, ergänzte Hachenburger.

Auf der Agenda für Reichelsheim stehen zudem die Sanierung des alten Rathauses zu einer Begegnungsstätte und die Gestaltung eines historischen Rundwegs. Hachenburger fordert Bürgerbeteiligung: "Ich will ein breites Engagement anstoßen, das die dörfliche Gemeinschaft stärken wird."

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