Die Anbindung für Reichelsheimer Schüler zur Wölfersheimer Singbergschule ist nicht gut - darin sind sich die Stadtverordneten einig. Deswegen sollen nun Möglichkeiten geprüft werden. Eine könnte darin bestehen, ein privates Busunternehmen zu engagieren. SYMBOLFOTO: DPA
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Die Anbindung für Reichelsheimer Schüler zur Wölfersheimer Singbergschule ist nicht gut - darin sind sich die Stadtverordneten einig. Deswegen sollen nun Möglichkeiten geprüft werden. Eine könnte darin bestehen, ein privates Busunternehmen zu engagieren. SYMBOLFOTO: DPA

Bessere Anbindung für Schüler?

  • vonOliver Potengowski
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Reichelsheim(sax). Eigentlich ging es um die Forderung von SPD und CDU, die Nahverkehrsanbindung der Singbergschule zu verbessern. Doch bei der Debatte über einen entsprechenden Antrag in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag kam es zum Eklat, der allerdings nichts mit der Verkehrsanbindung an sich zu tun hat. Die Freien Wähler (FW) warfen Stadtverordnetenvorsteherin Lena Herget-Umsonst im Bürgermeisterwahlkampf Regelverletzungen vor. Uwe Priebe forderte sie auf, ihr Amt ruhen zu lassen.

Die Einführung einer gymnasialen Oberstufe im Jahr 2015 an der Singbergschule in Wölfersheim war als wichtige Erweiterung des Bildungsangebots für Reichelsheimer Schüler begrüßt worden. Doch die Praxis zeige, dass es nicht alle gleichermaßen nutzen könnten. "Das Angebot steht zur Verfügung, leider hat sich in den letzten Jahren erwiesen, dass es für die Schüler und auch für die Eltern nicht erreichbar ist", kritisierte Holger Hachenburger (CDU).

Schon 2018 hatte seine Fraktion gefordert, die Anbindung insbesondere der Stadtteile Heuchelheim, Dorn-Assenheim und Blofeld an die Schule zu verbessern. Im Parlament erklärte er, dass entsprechende Bemühungen der Verwaltung bisher erfolglos geblieben seien. "Die VGO hat kein Interesse."

Gemeinsam mit Herget-Umsonst hat er einen neuen Anlauf unternommen, die Situation zu verbessern. An der Singbergschule führten die beiden Bürgermeisterkandidaten Gespräche u. a. mit der Schulleitung und Elternvertretern. Als Ergebnis stellten sie einen gemeinsamen Antrag, wonach der Magistrat prüfen solle, ob es eine Möglichkeit gibt, dass die VGO die Anbindung verbessert, bzw. was es kosten würde, wenn die Stadt bei einem privaten Unternehmen eine Buslinie direkt zur Singbergschule in Auftrag geben würde. In dem Prüfauftrag sollten auch die Kostenerstattungen Dritter für den Schülertransport berücksichtigt werden. Hachenburger betonte, dass rund 200 Reichelsheimer Kinder betroffen seien. Er wies darauf hin, dass die Möglichkeit, dass die Kommune den Bustransport der Schüler selbst organisiere, auch in Rockenberg umgesetzt worden sei. Yvonne Straschek (SPD) konkretisierte, dass bei dem "Rockenberger Modell" monatliche Kosten von 50 Euro je Kind entstünden, die zu zwei Dritteln erstattet würden.

Von der FW kam scharfe Kritik an der "überparteilichen Initiative" der Bürgermeisterkandidaten Herget-Umsonst und Hachenburger. "Haben Sie bei Ihrer Initiative, die zu besagtem Treffen geführt hat, dem Schulleiter mitgeteilt, dass nur zwei der drei zur Wahl stehenden Kandidaten an diesem Treffen teilnehmen werden?", wollte Priebe von der Stadtverordentenvorsteherin wissen. Wäre dies dem Schulleiter der Singbergschule bewusst gewesen, hätte er seine Neutralitätspflicht verletzt. Anderenfalls hätte Herget-Umsonst ihn jedoch getäuscht.

Vorwurf an Kandidaten

Priebe fügte einen weiteren Vorwurf gegen die Stadtverordnetenvorsteherin hinzu. Mit einem öffentlichen Treffen mit Mitgliedern des Ortsvereins des Roten Kreuzes habe sie auch die Regeln dieser Organisation nicht respektiert. Diese verpflichtet ihre Mitglieder zu Unparteilichkeit und Neutralität. "Sie haben weder die Neutralitätspflicht einer staatlichen Stelle noch die Grundsätze des DRK respektiert", warf er Herget-Umsonst vor und forderte: "Prüfen Sie Ihr Verhalten eingehend und lassen Sie Ihr Amt als Stadtverordnetenvorsteherin mit sofortiger Wirkung bis nach der Wahl ruhen." Hachenburger entgegnete, dass man unter diesem Gesichtspunkt auch den Besuch des FW-Kandidaten Cenk Gönül bei einem Vertreter der Feuerwehr sehen müsse.

Hans-Günter Scholz (FW) beantragte, den CDU/SPD-Antrag zu erweitern. Neben dem Ergebnis des Prüfauftrags solle auch der Schulentwicklungsplan des Kreises dem Ausschuss und den Stadtverordneten zur Verfügung gestellt werden.

Gönüls Kontakt zur Feuerwehr sei anders zu bewerten, da es sich dabei nicht um ein Mitglied der Reichelsheimer Feuerwehr gehandelt habe. Warum sei Hachenburger nicht mit Vertretern aller Fraktionen an die Singebrgschule gefahren, wenn er etwas für die Stadt habe erreichen wollen?, fragte er. "Sie sind vorgeführt worden, und Sie haben leider Ihren CDU-Wählern noch vor der Wahl gesagt, wenn es bei mir nicht klappt, geht zu dem anderen Kandidaten", sagte Scholz.

Eckhard Fritsch kündigte für die SPD an, dass die Fraktion dem FW-Änderungsantrag zustimmen werde. Der Änderungsantrag der FW als Ergänzung des ursprünglichen Prüfauftrags wurde einstimmig beschlossen.

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