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Seit einem halben Jahr ist das Bürgerhaus in Reichelsheim geschlossen. Für die Sanierung sind auch die Ideen der Bürger gefragt. (Foto: nic)

Bürgerhaus-Sanierung

Bald ein Biergarten am Reichelsheimer Bürgerhaus?

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Bei einem Diskussionsabend haben am Mittwoch viele Reichelsheimer ihre Wünsche und Vorschläge für Bürgerhaussanierung geäußert. Einige wünschten sich sogar einen Biergarten.

Rund 40 Bürger und Vereinsvertreter haben am Mittwochabend über die Zukunft des Bürgerhauses in Reichelsheim diskutiert. Moderiert von Andrea Soboth vom Institut für Regionalentwicklung, sammelten sie Ideen, wie das Bürgerhaus verbessert werden könnte und welche Einrichtungen erhalten werden sollten.

Bürgermeister Bertin Bischofsberger erklärte in seiner Begrüßung im Bürgerhaus Heuchelheim, dass die Stadt sich eine möglichst umfassende Beteiligung der Bürger an der Entwicklung eines neuen Konzepts für das Bürgerhaus wünsche. Deshalb seien an alle Vereine und Nutzer des Bürgerhauses einschließlich der Kindergärten sowie alle Bürger Einladungen verschickt worden.

Trennwände, Technik, Toiletten

Dabei erinnerte er daran, warum die Schließung und umfangreiche Sanierung des Bürgerhauses unausweichlich geworden war. Vor allem die Gutachten der Sachverständigen hätten der Stadt keine Wahl gelassen. "Da stand unter anderem drin, Leib und Leben wären in Gefahr, wenn man das Bürgerhaus, so wie es ist, weiter nutzt", betonte Bischofsberger. Außerdem sei für das Gebäude keine Baugenehmigung vorhanden, auch deshalb sei eine weitere Nutzung unzulässig gewesen. Eine abschnittsweise Sanierung, wie sie teilweise vorgeschlagen worden war, sei wegen der Raumaufteilung des Bürgerhauses nicht möglich.

Bischofsberger erklärte, dass es sich bereits bei der Sanierung des Bürgerhauses Weckesheim bewährt habe, die Bürger als künftige Nutzer mit einzubeziehen. Als neutrale Moderatoren, auch damit nicht der Eindruck entstehen könne, dass die Stadt Einfluss auf die Bürgerbeteiligung nehme, habe man das Institut für Regionalmanagement beauftragt.

Auf sechs Tische aufgeteilt, diskutierten die Teilnehmer, welche Positiven und negativen Erfahrungen sie mit der Nutzung des Bürgerhauses gemacht und welche Wünsche sie an das Gebäude haben. Dabei entwickelten sich fast überall sehr lebendige und konstruktive Diskussionen. Die Ergebnisse skizzierten die Arbeitsgruppen auf großen Packpapierbögen.

Erhalt der Kegelbahn gewünscht

Gerd Wagner, Vorsitzender des VdK und Ehrenbürgermeister, hatte im Vorfeld des Abends seine Hausaufgaben gemacht. In einem dreiseitigen Brief listete er im Namen des VdK auf, was am Bürgerhaus verbessert werden sollte. Viele Punkte, wie der Einbau von Trennwänden im großen Saal, eine bessere Veranstaltungstechnik oder die Sanierung der Toilettenanlagen, tauchten auch in den Notizen der anderen Arbeitsgruppen auf. Dabei betonte der VdK, die Nutzbarkeit des Bürgerhauses müsse für Menschen mit Behinderung verbessert werden.

Einigkeit herrschte auch darin, dass es genug Lagermöglichkeiten für die Vereine, zum Beispiel für Sportgeräte, geben müsse. Der Erhalt der Kegelbahn wird mehrheitlich gewünscht. Jedoch wurde auch erwähnt, dass diese regelmäßig gewartet werden müsse.

Möglichst schnell sanieren

Auch über die Bewirtung im Bürgerhaus machten sich viele Teilnehmer Gedanken. Einige wünschen sich eine Erweiterung um einen Biergarten. Dabei wurde darauf hingewiesen, dass sich das Bürgerhaus bei entsprechender Ausschilderung an den Radwegen auch als Rast- und Ausflugsziel anbiete.

Neben der Sanierung und kleinerer Erweiterungen gab es auch radikalere Vorschläge. So wurde empfohlen, den Kindergarten im sanierten und umgebauten Bürgerhaus unterzubringen und ein neues Bürgerhaus an anderer Stelle zu bauen. Ein anderer Vorschlag war, das alte Bürgerhaus abzureißen und einen gemeinsamen Neubau für Kindergarten und Bürgerhaus zu errichten.

Außer an den notwendigen finanziellen Mitteln dürften diese Überlegungen vor allem an der längeren Planungs- und Bauzeit scheitern. Denn sehr vielen Teilnehmern der Auftaktveranstaltung zur Bürgerbeteiligung ist wichtig, das Bürgerhaus so schnell wie möglich wieder nutzen zu können. Einer erinnerte, dass es bereits ein halbes Jahr geschlossen sei. Daher dürfe man keine Luxussanierung beginnen, die sich lange hinziehe.

Die Ergebnisse der Auftaktveranstaltung sowie der weiteren Bürgerbeteiligungen sollen auch auf der Internetseite der Stadt Reichelsheim veröffentlicht werden.

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