Auszug mit Wehmut und Hoffnung

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"Unser Herz hängt an diesem Gotteshaus, hier haben wir einen Ort, um Freud und Leid zu teilen, es ist für uns wie Omas gute Stube", sagte Pfarrerin Angela Schwalbe am Sonntag in der Heuchelheimer Kirche. Feierlich zog die Gemeinde am Ende des Gottesdienstes aus der Kirche aus. Kirchenvorstand, Konfirmanden und Helfer trugen Altarkreuz, Bibel, Osterkerze und Abendmahlsgeschirr aus der kleinen Dorfkirche hinaus.

"Unser Herz hängt an diesem Gotteshaus, hier haben wir einen Ort, um Freud und Leid zu teilen, es ist für uns wie Omas gute Stube", sagte Pfarrerin Angela Schwalbe am Sonntag in der Heuchelheimer Kirche. Feierlich zog die Gemeinde am Ende des Gottesdienstes aus der Kirche aus. Kirchenvorstand, Konfirmanden und Helfer trugen Altarkreuz, Bibel, Osterkerze und Abendmahlsgeschirr aus der kleinen Dorfkirche hinaus.

"Nun übergeben wir die Kirche dem Restaurator, der Architektin und den Handwerkern", sagte Schwalbe. "Uns geht es gut mit unserem Gotteshaus, es wird uns nicht genommen, entweiht und abgerissen, wir werden wieder einziehen können", versprach die Pfarrerin.

Von Weiß bis Lachsfarben

Wie lange die Arbeiten dauern werden, könne noch nicht genau gesagt werden, erläuterte Kirchenvorsteherin Ines Dauernheim anschließend, als sie der Gemeinde Informationen zu den anstehenden Arbeiten gab. Mit mindestens eineinhalb Jahren müsse gerechnet werden.

Die Kirche werde anhand von Befunden, die der Restaurator offenlegen konnte, in der Farbgebung aus der Mitte des 19. Jahrhunderts gestaltet. Zu dieser Zeit sei die Empore in der um 1420 erbauten Kirche errichtet worden. Grundfarben, die verwendet werden, sind bereits als Muster zu sehen: Die Wände bekommen einen lachsfarbenen Anstrich, die Empore werde in Weiß und gebrochenem Weiß gehalten, zur Decke hin wird ein schwarzer Abschlussstreifen aufgetragen, sagte die Kirchenvorsteherin.

Einige Gemeindemitglieder wollten wissen, was mit den wappenähnlichen Zeichnungen geschieht, die die Empore schmücken. Diese seien Ende der 1940er, Anfang der 1950er Jahre angebracht worden, erklärte Dauernheim. "Sie haben keinerlei historischen Bezug", ergänzte Organist Dr. Ralf Schäfer. Diese Ansicht, an die sich die heutigen Kirchenbesucher gewöhnt hätten, würden unter einer dünnen Holzvertäfelung verschwinden. "Sie bleiben erhalten, werden nicht überstrichen", erklärte Dauernheim. Jede Wappenzeichnung sei bereits fotografiert worden. Wenn die Bänke aus dem Kirchenraum ausgebaut sind, werden erneut Aufnahmen gemacht, sodass jede Familie digitalisierte Fotos dieser Wappenzeichnungen gegen eine Spende vom Pfarrbüro zugesandt bekommen kann.

Gottesdienste im Dorftreff

"Wir würden uns im Verlauf der Renovierungsarbeiten über Spenden freuen, da wir aus Mitteln der Kirchengemeinde den Altarraum umgestalten möchten", erklärte Dauernheim. Sie hob hervor, dass die Landeskirche die Restaurierung der Heuchelheimer Kirche mit einer Summe von 266 000 Euro unterstützt; die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 290 000 Euro. Neben einem neuen Anstrich müsste die Elektrik ausgetauscht werden, vorgesehen sei auch eine neue Heizung. Die alte sei zwar "erst" 19 Jahre alt, Heizungen in Kirchen seien nicht mit Heizungen in Privathäusern zu vergleichen. Die Besucher des Auszugsgottesdienstes brachten Verständnis für diese Investition auf, denn die Anlage hatte pünktlich zum Auszugsgottesdienst ihren Betrieb eingestellt, sodass die Gemeinde bei Temperaturen von unter zehn Grad zusammenkam. Den Gottesdienst bereicherte der Gesangverein "Liederkranz", auch weil an zwei Sängerinnen, die kürzlich verstorben sind, gedacht wurde.

Bis der neue Dorftreff nutzbar ist, werden die Heuchelheimer Gottesdienste jeweils am ersten und dritten Sonntag eines Monats um 10 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus gefeiert.

Ein Spendenkonto für die Restaurierung der Heuchelheimer Kirche ist eingerichtet. Kontoinhaber: Regionalverwaltungsverband Wetterau, IBAN: DE 29 5206 0410 0004 1002 55, BIC GENODEF1EK1, Verwendungszweck: Reichelsheim 01 1000 Spende Kirchenrenovierung Heuchelheim.

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