Auch Notbetreuung gebührenfrei

  • Dagmar Bertram
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Reichelsheim (dab). Allen Eltern wird ab April die Kita-Gebühr erlassen - auch denjenigen, die von der sogenannten Notbetreuung für ihre Kinder Gebrauch machen. Das haben die Stadtverordneten einstimmig entschieden. Dies bedeutet eine finanzielle Entlastung für Familien in Höhe von zusammen 16 500 Euro pro Monat. Der Beschluss gilt, »bis sich die Betreuungssituation normalisiert hat«, wie es in der Vorlage des Magistrats heißt. Ab kommendem Montag werden knapp 50 Kinder aus dem Stadtgebiet die Notbetreuung in Anspruch nehmen. Dann wird dieses Angebot auch im Reichelsheimer Kindergarten »Steinbeißer« gelten und damit in allen vier städtischen Kindergärten. Ab diesem Tag werden auch wieder alle Erzieherinnen zum Dienst eingeteilt sein.

Die kommunalen Betreuungseinrichtungen in Reichelsheim sind regulär von 7.15 bis 16.30 Uhr geöffnet. Dieses Zeitfenster werde aber momentan kaum in Anspruch genommen, sagt Horst Wenisch, Büroleiter und Kita-Koordinator im Rathaus. Die meisten Kinder würden bis 15 Uhr, spätestens 15.30 Uhr abgeholt. Auch sei mehr als die Hälfte, geschätzt 60 Prozent, nicht jeden Tag für die Notbetreuung angemeldet. Dies ändere sich aber wöchentlich. Denn: Die Eltern gingen sehr vernünftig mit dem Angebot um. »Viele bringen ihre Kinder nur, wenn es gar nicht anders geht«, sagt Wenisch.

Für die Mädchen und Jungen aus Reichelsheim, die derzeit nicht in den Kindergarten gehen, haben die Erzieherinnen eine »Kita to go« ins Leben gerufen. Das bedeutet, die Mitarbeiterinnen packen Taschen mit unterschiedlichen Beschäftigungsanreizen und bringen sie den Kindern nach Hause. Diese wiederum geben sie nach einer gewissen Zeit zurück. Dadurch bricht der Kontakt auch in Corona-Zeiten nicht ab.

Hoffen auf Ausgleich vom Land

Die Notbetreuung solle gebührenfrei sein, betonte Bürgermeister Bertin Bischofsberger in der Sitzung der Stadtverordneten. Denn es seien diese Eltern, die das öffentliche Leben aufrechterhielten. Für die anderen gelte: Es sei in der derzeitigen schwierigen Situation nicht verantwortbar, dass Eltern Gebühren zahlen, obwohl die Betreuung ihrer Kinder nicht möglich ist.

»Hoffen wir, dass das Land die finanziellen Schäden ausgleichen wird«, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Erich Sehrt. Und ergänzte dann selbst: »Das wird wohl ein frommer Wunsch bleiben.«

Der Beschluss, allen Reichelsheimer Eltern die Kindergartengebühren bis auf Weiteres zu erlassen, fiel einstimmig. FOTO: DAB

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