»Alter Sportplatz als Alternative«

  • Dagmar Bertram
    vonDagmar Bertram
    schließen

Reichelsheim (pm/dab). Die Frage, wo die neue Kita in Reichelsheim gebaut werden soll, beschäftigt die Bürger - wie auch die Leserbriefe in der WZ zeigen. Zu einigen Zuschriften nimmt FWG-Vorsitzender Cenk Gönül nun Stellung.

Es sei mehr als unbefriedigend zu sehen, dass die Standortfrage immer noch für erhitzte Gemüter sorge, sagt Gönül. »Ohne Frage ist, dass schnellstmöglich eine Lösung gefunden werden muss, damit die Planungen vorangehen und der Bau der neuen Einrichtung starten kann.« Gleichzeitig sei aber festzustellen, dass die Entscheidung noch nicht final getroffen sei. Der »von vielen Parteien« bevorzugte Standort im Wäldchen werde von Anwohnern und besorgten Bürgern »zu Recht« infrage gestellt, sagt Gönül.

Das Wäldchen sei mit 4200 Quadratmetern die größte zusammenhängende Waldfläche in der Kernstadt. »Es ist ein kleines Biotop, das aus vielen wertvollen Bäumen und Pflanzen besteht. (…) Und auch wenn es dort keine bedrohten Arten gibt, so sollte man in jedem Fall andere, geeignete Standorte präferieren, statt bis zu 50 Jahre alte, gesunde Bäume zu fällen und stattdessen Ersatzpflanzungen andernorts vorzunehmen.« Schließlich werde erst mit zunehmendem Alter vermehrt CO2 im Holz gespeichert. »Alte Bäume sind also besonders wichtig.«

Der alte Sportplatz sei aus seiner Sicht eine wirkliche Alternative, sagt Gönül. Das Argument der Verwaltung, die Baukosten seien dort deutlich höher, seien durch eine Höhenvermessung und ein »auf mehrfache Nachfrage endlich öffentlich gemachtes« Bodengutachten von 2018 entkräftet. So müsse der Boden des alten Sportplatzes aus Gründen des Hochwasserschutzes nur um 21 Zentimeter aufgefüllt werden. Auch wichtige Infrastruktur sei bereits in der Umgebung vorhanden. »Der Neubau der geplanten Kita könnte dort also in kürzester Zeit starten.« Für den Bau im Wäldchen müsse hingegen die komplette Fläche gerodet, die Wurzeln ausgebaggert und dann mit Natursteinmaterial ersetzt und verdichtet werden. »Damit ist dieser Standort sogar kostenintensiver und zeitaufwendiger«, sagt Gönül.

Gemeinsame Sportanlage

Dass der Standortvorschlag beim FC Inter, der den alten Sportplatz als Trainingsgelände nutzt, nicht auf ungeteilte Zustimmung treffe, sei »natürlich zu verstehen«. Die Diskussion werde aber teilweise etwas hitzig geführt, »denn mit Ausländerfeindlichkeit hat das ganze Thema nun wirklich nichts zu tun.« Als Vorsitzender des SVR könne er sagen, »dass wir und auch die umliegenden Sportvereine dem FC Inter für diesen Fall bereits angeboten haben, unseren Sportplatz mitzunutzen«.

Langfristig strebe man aber die Umsetzung eines Antrags an die Stadt von 2017 an, »in dem sich alle Vereine dafür aussprechen, eine moderne Gemeinschaftssportanlage zu schaffen«. Dies sei am damaligen Bürgermeister gescheitert. Gönül: »Dabei gibt es Fördermittel vom Land bis zu 90 Prozent der Investitionskosten.«

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare