FW-Bürgermeisterkandidat Cenk Gönül (r.) mit Familie Grillo, die seit über 20 Jahren in Reichelsheim lebt und das Restaurant "Il Colosseo" führt. FOTO: V. GRILLO
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FW-Bürgermeisterkandidat Cenk Gönül (r.) mit Familie Grillo, die seit über 20 Jahren in Reichelsheim lebt und das Restaurant "Il Colosseo" führt. FOTO: V. GRILLO

"Alle Bürger einbeziehen"

  • vonred Redaktion
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Reichelsheim(pm). Rund die Hälfte aller Bundesbürger hat einen Migrationshintergrund - unter ihnen auch Cenk Gönül, der Bürgermeisterkandidat der Freien Wähler, der in der Türkei geboren wurde. Er sagt, die Integration der in Deutschland lebenden Zuwanderer sei eine der dringendsten Aufgaben der Landespolitik, aber auch auf kommunaler Ebene sei dies ein wichtiges Thema. In einer Pressemitteilung schreibt Gönül: "Das Ziel von Integration muss sein, alle Menschen aktiv in die Gesellschaft einzubeziehen - für ein respektvolles und bereicherndes Miteinander."

Reichelsheim sei ein gutes Spiegelbild der deutschen Gesellschaft. In der Stadt und den dazugehörigen Ortsteilen wohnen aktuell rund 700 ausländische Mitbürger aus 64 Nationen. Davon leben viele schon in zweiter oder dritter Generation in Deutschland. Der FW-Kandidat ist der Ansicht, dass Integration keine Einbahnstraße ist, sondern ein wechselseitiger Prozess. Er fordert ein aktiveres Miteinander, geprägt vom gegenseitigen Respekt für die jeweiligen Kulturen.

Idee: Kulturvereine gründen

Integration bedeute nicht, dass man kulturelle Werte oder seine Religion aufgeben müsse. Ein wirkliches Ankommen bedeute stattdessen das Leben in der Kultur der anderen und ein Teil sein einer Gesellschaft, ohne dabei die eigenen kulturellen Wurzeln zu verdrängen. Gönül sieht sich hier als wichtiges Bindeglied zwischen den Kulturen. "Wir haben in Reichelsheim glücklicherweise nicht die Brennpunkte oder Probleme, die es andernorts gibt. Aber leider bringen sich noch viel zu wenige ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger aktiv in die kommunale Gemeinschaft ein."

Gerade die lokalen Vereine leisteten hier bereits einen wichtigen Beitrag zur Integrationsarbeit, betont Gönül. Es müssten allerdings noch mehr Möglichkeiten für den Austausch untereinander geschaffen werden. Dies könne beispielsweise über die Gründung von Kulturvereinen geschehen. Lokale Feste und Märkte sowie Kursangebote seien ebenfalls eine gute Möglichkeit, den eigenen Kulturkreis mit einzubringen. So werde der gegenseitige Austausch und auch die wechselseitige Akzeptanz gefördert.

"Wenn man die Tür nicht aufmacht, kann man auch nicht reingehen", beschreibt Gönül seine Haltung. "Wir haben in unserer Kommune so viele Talente und sollten daher das jeweils andere als Bereicherung sehen."

Dies gelte übrigens nicht nur für Bürger mit Migrationshintergrund, sondern für alle, die nach Reichelsheim kämen. Eine Gemeinschaft sei nur so stark wie ihre einzelnen Glieder, und so fordert der FW-Bürgermeisterkandidat von allen ein stärkeres Einbringen in die Kommune.

Als Bürgermeister, so kündigt er für den Fall seiner Wahl an, wolle er neue Aktivitäten und Strategien entwickeln, um das bürgerschaftliche Engagement vor Ort weiter zu unterstützen und zu fördern.

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