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Die Arbeiten am Bergwerksee haben Anfang Januar für Kritik gesorgt. Zuletzt seien Mitarbeiter des Bauhofs erneut angegangen und beleidigt worden, sagt Bürgermeisterin Lena Herget-Umsonst. Das werde sie nicht akzeptieren. ARCHIVFOTO: PV

Ärger über »harschen, unsachlichen Ton«

  • David Heßler
    vonDavid Heßler
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Reichelsheim (hed/pm). Nachdem es zuletzt viel Kritik an Baumfällungen im Stadtgebiet gegeben hatte, hat sich Bürgermeisterin Lena Herget-Umsonst (SPD) schützend vor die Mitarbeiter des Bauhofs gestellt. Diese seien zuletzt zum Teil unfair angegangen und beleidigt worden. Das werde sie nicht akzeptieren.

Vor allem die BI »Rettet das Wäldchen«, aber auch einige Leserbriefschreiber hatten in der WZ Baumfällungen am Anglerteich und »Schlachtfelder« am Bergwerksee angeprangert. Herget-Umsonst spricht dagegen von notwendigen Baumpflegemaßnahmen und -fällungen. Da die Formulierungen der - wenn auch wenigen - Kritiker nicht immer sachlich gewesen seien und der Ton immer harscher werde, sei für sie nun der Zeitpunkt gekommen, sich an die Öffentlichkeit zu wenden. »Ich kann und will es nicht akzeptieren, dass meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so angegangen und beleidigt werden. Sie erledigen ihre Arbeit kompetent und engagiert, die diesbezügliche Kritik ist absolut unverhältnismäßig«, sagt die Rathauschefin. Sie fordere daher alle Kritiker auf, ihre Anfragen und Anregungen bezüglich Baumfällungen und Pflegemaßnahmen zukünftig per Anschreiben, E-Mail oder Telefontermin ausschließlich direkt an sie zu richten.

Zu Baumfällungen vor 2021 könne sie nichts sagen, da ich zu diesem Zeitpunkt weder dem Magistrat angehört habe noch im Rathaus aktiv gewesen sei. Erst für alle Maßnahmen ab Januar sei sie verantwortlich. »Der letzte Baum, den ich fällen ließ, stand vor der Bingenheimer Straße 33. Er war massiv von einem Pilz befallen und seine Standfestigkeit war gefährdet - so die Einschätzung meiner Fachleute«, sagt die Bürgermeisterin. Auch sie wünsche sich einen Erhalt des Grüns im Stadtgebiet. »Wir befinden uns jedoch permanent in einem Balanceakt zwischen Verkehrssicherheit und Erhaltung des Baumbestandes«, sagt Herget-Umsonst. An erster Stelle stehe die Sicherheit. »Wir müssen Körperverletzungen und auch Sachschäden vermeiden«. Nicht nur bei Stürmen, sondern auch bei ganz normaler Witterung, vor allem nach langen trockenen Sommerperioden, komme es immer wieder zu Schäden durch umstürzende Bäume und herabfallende Äste. Um die Verkehrssicherungspflicht zu erfüllen, müssten daher »notwendige und zumutbare Vorkehrungen« getroffen werden.

Sie frage sich, worin die Kritiker ihre Motivation für eine Fällung sehen. »Denken sie etwa wirklich, dass wir willkürlich Bäume fällen? Warum sollten wir dies tun? Welchen Zweck sollten wir beabsichtigen?«. Formulierungen in einem Internet-Forum machen Herget-Umsonst zufolge klar, »dass es hier lediglich darum geht, im Wahlkampf Stimmung zu machen«. BI-Sprecher Rudolf Zentgraf steht auf der Liste der Freien Wähler für die Kommunalwahl.

Laut der Bürgermeisterin werden die Bäume im Stadtgebiet regelmäßig vom Bauhof in Augenschein genommen. »Es gibt eine regelmäßige Bilder-Dokumentation und damit verbundene Einschätzungen von Bäumen, die abgängig sind oder eine Gefahr darstellen können. Diese Bäume werden dann gelistet und gemeinsam von Bauverwaltung und Bauhof erneut angesehen.«

Im elfköpfigen Bauhofteam befänden sich neben einem Forstwirt ein Gärtner, ein Landschaftsgärtner und Galabauer sowie ein Landschaftsgärtner mit der Fachrichtung Baumschule. »Auf Fällungen auf Verdacht sehen wir ab und bei jeder Maßnahme wird die Frage der Ersatzpflanzungen direkt mitberaten und beschlossen«. In der Vergangenheit habe der Magistrat die Liste der Baumfällungen im Winter eines Jahres beschlossen. Vorab hätten sich interessierte Mitglieder selbst ein Bild vor Ort von den Bäumen gemacht. Herget-Umsonst: »In Zukunft werden wir jedes Jahr eine Ortsbegehung mit der Revierförsterin und allen Fraktionsvorsitzenden durchführen. Ich hoffe, dass die Diskussion damit an Schärfe verliert und mehr Verständnis und Transparenz für die qualifizierte Arbeit meines Teams geschaffen werden kann.«

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