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Drei Stationen machten den Weinrundgang auch zu einem kulinarischen Erlebnis.

Rebensaft, Käseschnitten und schöne Ausblicke

Karben (jsl). Das Weinfest des Heimat- und Kulturvereins (HeKu) Burg-Gräfenrode ist auch in diesem Jahr wegen der Pandemie ausgefallen. Aber wenn die Roggauer feiern wollen, finden sie dafür meistens eine adäquate Gelegenheit. Von einem Ersatztermin wollte daher schon niemand mehr sprechen, als man sich am vergangenen Samstag zum zweiten Roggauer Weinrundgang aufmachte.

Eine illustre Gruppe um Bürgermeister Guido Rahn und Ortsvorsteher Karlfred Heidelbach startete an der Ecke Kaicher Weg/Forsthausstraße. Die lang gezogene Steigung hinauf zum Karbener Wald hatte ein lohnendes Ziel: Etwas unterhalb des höchsten Punktes, am Wegesrand, wartete die erste von drei HeKu-Stationen mit »Weinprobe«. Dazu gab es Käseschnitten und einen wunderbaren Ausblick auf die südwestliche Wetterau.

Eine Fahrradgruppe aus Rendel und Klein-Karben legte kurzerhand einen Zwischenstopp ein, um die Verköstigung nicht zu verpassen. Angesichts des Weinangebotes musste sie das nicht bereuen. Ulrich Bedacht und Frank Ulrich vom HeKu-Vorstand kredenzten für jeden Geschmack einen trockenen, halbtrockenen oder lieblichen Wein. So kamen oberhalb des Ortes schnell 20 Leute zusammen. An jeder Station lag eine Liste zur Registrierung aus.

Hilfsaktion für Feuerwehrleute

»Wir wollten auf jeden Fall wieder etwas für die Mitglieder und Freunde des HeKu machen«, sagte Frank Ulrich. »Schon im letzten Jahr waren wir mit dem Konzept sehr erfolgreich. Die Roggauer haben dabei mindestens genau so viel Spaß wie beim Weinfest. Und es ist eine Veranstaltung an der frischen Luft.« »Schoppe to go« stand an dem zur Weintheke umfunktionierten Tisch.

Der Name war Programm. Aber mehr noch: Für den Wein musste niemand etwas bezahlen. Ulrich Bedacht erklärte den Hintergrund: »Wir wollen nichts verkaufen, sondern verschenken. Dafür bitten wir unsere Gäste allerdings um Spenden für eine derzeit laufende Hilfsaktion der Karbener Feuerwehr. Sie soll den Familien von Feuerwehrleuten finanziell unter die Arme greifen, die bei der Flutkatastrophe im Einsatz ums Leben gekommen sind.« Das Wissen um eine gute Tat schien den etwa 2,5 Kilometer langen Rundgang gleich noch attraktiver zu machen. Die drei Stationen lagen nicht allzu weit auseinander. Zur zweiten ging es entlang der Gemarkungsgrenze am Waldrand. Oberhalb der freiliegenden Höfe konnte die Weinprobe fortgesetzt werden. Manche hatten bis dahin auch schon den besten Wein für sich entdeckt. Gute Stimmung herrschte hier wie dort.

Am Kaicher Weg hatte die Familie Allemann ihre landwirtschaftliche Halle als dritte und letzte Station hergerichtet. Die Gäste konnten draußen und drinnen sitzen - wenn sie wollten sogar auf Strohballen. Zum Wein wurden geräucherte Würstchen gereicht. Wegen seiner Nähe zum Ortsrand war dieser Platz vor allem für die älteren Leute am besten zu erreichen. Vor halb fünf seien schon die ersten von ihnen da gewesen, erzählte Richard Allemann. »Sogar mit dem Rollator haben sie sich auf den Weg zu uns gemacht. Die Älteste ist 87. Alle freuen sich einfach, dass beim HeKu endlich mal wieder etwas los ist.«

Laut offiziellen Quellen endete die Veranstaltung mit Anbruch der Abenddämmerung. Tags darauf konnte Frank Ulrich einen Spendenerlös von rund 1500 Euro vermelden.

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