In der Verlängerung der Liebfrauenstraße zum Sportplatz wäre ein denkbares Grundstück für den Feuerwehrgerätehausneubau in Ober-Mockstadt. FOTO: SL
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In der Verlängerung der Liebfrauenstraße zum Sportplatz wäre ein denkbares Grundstück für den Feuerwehrgerätehausneubau in Ober-Mockstadt. FOTO: SL

Zwei Varianten für Gerätehaus

  • vonOliver Potengowski
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Ranstadt(sl) Von Harmonie und Einigkeit war die letzte nur mit halber Mannstärke besetzte Gemeindevertretersitzung im Bürgerhaus für dieses Jahr geprägt. Nur einmal, bei der Abstimmung zum neuen Standort für den Feuerwehrgerätehausneubau in Ober-Mockstadt, gingen die Fraktionen von Freien Wählern und CDU noch ein letztes Mal in die Offensive. Sie wollten nicht kampflos den von ihnen favorisierten Standort "Am Anger" am Ortseingang von Ranstadt kommend aufgeben. Bei der getrennten Abstimmung der Standortalternativen erzwang man eine Patt-Situation von sechs Ja- und sechs Gegenstimmen, womit der Vorschlag abgelehnt und endgültig zu den Akten gelegt wurde.

Im Endeffekt wertschätzten beide Fraktionen dann doch das Ergebnis der eigens zur Klärung dieser Problematik geschaffenen Standortfindungskommission aus Kommunalpolitikern und Feuerwehrleuten, die gemeinsam mit dem Planungsbüro Vollhardt in drei Sitzungen vier Standorte überprüft und mit einem Punktesystem eine Rangliste erstellt hatten.

Mit dem mehrheitlichen Votum bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung können nun zwei Gerätehausvarianten im Umfeld des Bürgerhauses mit einem Architekten weiter geplant werden: zum einen als Anbau ans Bürgerhaus in Richtung der Parkplätze und des Spielplatzes; auf Gelände, dass sich allesamt in kommunalem Besitz befindet. Und zum anderen eine Alternative südlich des Bürgerhauses in der Verlängerung der Liebfrauenstraße. Diese beiden Standorte qualifizierten sich mit 112 und 107 Punkten auf den Plätzen eins und zwei, während das Areal "Am Anger" mit 79 Zählern auf Rang fünf komplett durchfiel.

Angenommen wurde dagegen ein Vorschlag der CDU parallel zur herkömmlichen Bauweise und der Planung durch das Architektenbüro Gierhardt auch eine Variante in Stahlskelettbauweise mit Angebot einer Errichterfirma zu prüfen. Christian Loh (CDU) erwähnte hierzu das Gerätehaus in Kaichen, das vollkommen den Ansprüchen der Gesetzgeber genügt und sowohl im Kosten-, als auch im Zeitplan errichtet werden konnte. Ein Vorschlag, den auch Bürgermeisterin Cäcilia Reichert-Dietzel sehr begrüßte. Sie kenne dieses Haus bereits und sprach von einer "gescheiten Alternative".

Ebenfalls von allen Fraktionen einstimmig verabschiedet wurde die Haushaltssatzung für das Jahr 2021 samt Haushalts- und Stellenplan, Investitionsprogramm 2021 bis 2024 und der neuen Budgetrichtlinie. Sprecher aller Fraktionen dankten ausdrücklich der Finanzabteilung und allen beteiligten Stellen der Gemeindeverwaltung. Christian Loh dankte für den Haupt- und Finanzausschuss, dass die Beratungen nur eine Lesung erfordert hatten. Bürgermeisterin Reichert-Dietzel gab das Lob zurück und dankte für die konstruktive Zusammenarbeit. Der Haushalt ist ausgeglichen und kommt komplett ohne Steuer- und Gebührenerhöhungen aus, wenn man von der zuvor beschlossenen Anpassung im Abwasserbereich absieht. Die Rathauschefin machte aber auch deutlich, dass der Überschuss ohne die Senkung der Schul- und der Kreisumlage nicht geklappt hätte. Unverändert bleiben nicht nur die Grundsteuer A (380 Prozentpunkte), die Grundsteuer B (395) und die Gewerbesteuer (390), man befindet sich damit auch weit unter dem Durchschnitt der Wetteraukommunen.

Gewerbesteuer im Auge behalten

Die Freien Wähler und CDU befanden das Zahlenwerk erstaunlich stabil, die Auswirkungen der Corona-Krise würden wohl erst 2022 und 2023 zum Tragen kommen. Besonders im Auge behalten müsse man die Gewerbesteuer, deshalb sei es, so Loh, "wichtig und richtig, auch weiterhin Misch- und Gewerbegebiete auszuweisen, damit sich unsere vorhandenen Gewerbebetriebe vergrößern oder neue Gewerbetreibende ansiedeln können". Spektakuläre Investitionen suche man nach anstrengenden Jahren mit Projekten wie Kläranlage und Feuerwehrgerätehäusern vergebens, "investieren müssen wir trotzdem in Kanal- und Straßenbau sowie Maßnahmen gegen die Trockenheit, um als Wohnsitzgemeinde attraktiv zu bleiben", sagte Reichert-Dietzel: "Wir haben Schulden gemacht, aber auch Werte im Sinne von Vermögenserhaltung und Vermögensvermehrung geschaffen".

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