Teamarbeit zahlt sich aus

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Die Gemeinden Ranstadt und Glauburg arbeiten eng zusammen. Damit sparen sie nicht nur Geld ein, sondern bekommen auch noch welches vom Land Hessen.

Die Gemeinden Ranstadt und Glauburg arbeiten eng zusammen. Damit sparen sie nicht nur Geld ein, sondern bekommen auch noch welches vom Land Hessen.

Die Landesregierung fördert die interkommunale Zusammenarbeit mit einem eigenen Programm. Aus diesem Topf hat jetzt Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid einen Bescheid über 50 000 Euro an die Bürgermeister Cäcilia Reichert-Dietzel (Ranstadt) und Carsten Krätschmer (Glauburg, beide SPD) übergeben.

Verwaltungen neu geordnet

Sowohl die Bürgermeister als auch die Verwaltungsangestellten zogen ein positives Fazit der Zusammenarbeit. Der Prozess habe zu einer Neuordnung beider Verwaltungen geführt, ebenso zu neu eingerichteten bzw. anders aufgeteilten Stellen, einem Schub in Richtung Aus- und Weiterbildung des Personals, vielen persönlichen und regelmäßigen Kontakten und Gesprächen sowie ersten Synergieeffekten in puncto Software und Arbeitsabläufen.

Dennoch: Vieles sei noch im Fluss, müsse gezielt entwickelt und dann erst fixiert werde, manches habe sich in der Praxis anders dargestellt, als vom Land geplant, anderes habe sich als Sackgasse erwiesen. So habe man die interkommunale Zusammenarbeit mit der Stadt Ortenberg vorerst auf Verwaltungsebene ad acta legen müssen, erläuterte Reichert-Dietzel. Dies aber nur wegen nicht-kompatibler Software-Programme.

Insgesamt ergäben sich durch die Zusammenarbeit schon jetzt Einsparungen im Personal- und Sachkostenbereich in Höhe von über 27 000 Euro im Jahr.

Als stellvertretender Leiter der Finanzabteilung Ranstadt unterstrich Gerold Reuhl aber auch den Aufwand an Fortbildung, Umorientierung und beständiger Qualifizierung für die Mitarbeiter sowie das zeitaufwendige, vom Land geforderte Berichts- und Dokumentationswesen. Auf diesen Gebieten müsse man achtsam sein und bleiben, um nicht über der immer herausfordernder werdenden Verwaltungsarbeit Transparenz und Nähe zum Bürger zu vernachlässigen.

Zwischenzeitlich verlangte Regierungspräsidentin Lindscheid nach Papier und Stift, um sich alle vorgetragenen Punkte notieren zu können. "Es ist mir klar, dass 50 000 Euro nicht die Lösung aller Probleme sind", sagte sie, "aber sie beinhalten Bestätigung, Ermutigung und die Aufforderung: Machen Sie weiter mit dem positiven Spirit, in dem Sie begonnen und mit dem Sie auf Kreis- und Landesebene überzeugt haben."

Der interkommunalen Zusammenarbeit komme auch vor dem Hintergrund zunehmender Digitalisierung immer größere Bedeutung zu, betonte die Regierungspräsidentin. "Es ist klar, dass die Vernetzung von Systemen, Software, Hardware und Menschen Zeit braucht, dass dieser Prozess immer wieder von Ideen und Visionen angespornt und weitergetragen werden muss – was jedem einzelnen Beteiligten viel abverlangt, zumal es sich hierbei oft um die Veränderung langjährig gewachsener Strukturen, gerade auf dem Land, handelt." Dennoch sei die interkommunale Zusammenarbeit eine wirksame Maßnahme, um die Verwaltung und ihre Organisationen flexibler, bürgerfreundlicher und effektiver zu gestalten.

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