Kommission prüft zwei Grundstücke

  • vonStephan Lutz
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Ranstadt (sl). Mit einem Widerspruch der Bürgermeisterin samt namentlicher einstimmiger Abstimmung hob das Ranstädter Gemeindeparlament einen Beschluss der vorangegangenen Sitzung wieder auf. Vor zwei Wochen hatten sich CDU und Freie Wähler mit ihrer Mehrheit durchgesetzt, das neue Feuerwehrgerätehaus »auf die grüne Wiese« am Ortseingang von Ranstadt kommend (»Am Anger«) zu planen. Mehr noch: Die von der Bürgermeisterin und der Verwaltung ausgearbeitete Planung am Bürgerhaus im Sinne eines Vergleichs beider Standorte, die auch die Zustimmung der Einsatzkräfte samt Wehrführung gehabt hätte, sollte mit sofortiger Wirkung nicht mehr verfolgt werden.

Bürgermeisterin Cäcilia Reichert-Dietzel (SPD) sah sich veranlasst, diesen Widerspruch zu erheben: aus Wirtschaftlichkeitsgründen und dem Sparsamkeitsgrundsatz verpflichtet sowie »um Schaden von der Gemeinde abzuwenden«. Damit ist die Verfolgung anderweitiger Planungen nicht ausgeschlossen, und man kann weiter beide Standorte vergleichen.

Reichert Dietzel erläutert Bedenken

Reichert-Dietzel hatte am Dienstag eine persönliche Erklärung und Erläuterung des Widerspruchs abgegeben und dabei »Falschbehauptungen und Lügen« widerlegt. Sie respektiere als gute Demokratin alle Mehrheiten, aber sie sei als direkt gewählte Bürgermeisterin auch der Gemeinde verpflichtet. Deshalb sollte man einer Bürgermeisterin im zehnten Dienstjahr zutrauen, alle Vor- und Nachteile abzuwägen. Es sei wichtig, alle Informationen zusammenzutragen. Sie formulierte nach erneuten Gesprächen mit Behörden für das Grundstück »Am Anger« hohe Hürden, höhere Kosten und ein wesentlich größeres Zeitfenster bis zur Realisierung. Sie versuche immer wieder, die Hände zu reichen, schließlich sei man doch Partner zum Wohle der Gemeinde, wenn auch in unterschiedlichen Parteien. Sie entschuldigte sich bei den anwesenden Feuerwehrleuten. Ein gemeinsamer Ergänzungsantrag von CDU und Freien Wählern sah vor, den Widerspruch anzunehmen und unter anderem eine Kommission zu bilden, die die Standortwahl bis Ende des Jahres ausloten soll. Allerdings gab es Differenzen über die Zusammensetzung.

Nach längerer Diskussion sowie einer Sitzungsunterbrechung setzen sich die Fraktionen von SPD und Grünen mit einer Stimme Vorsprung mit einem Änderungsantrag der Bürgermeisterin durch.

Die Kommission wird demnach aus der Bürgermeisterin, je einem Fraktionsvertreter, den beiden Wehrführern aus Ober-Mockstadt, den beiden Gemeindebrandinspektoren, zwei Mitgliedern des Feuerwehrvereins sowie dem Ortsvorsteher von Ober-Mockstadt (oder Vertreter) bestehen. Man einigte sich zudem parallel zu anderen Projekten auf den Quadratmeterpreis von 25 Euro für den Landankauf und nahm das Planungsbüro Vollhardt und das Ingenieurbüro Gierhardt mit ins Boot.

Gerhard Vollhardt vom Planungsbüro in Marburg informierte über Eigentumsverhältnisse, den Zeitplan, bauordnungsrechtliche und planungsrechtliche Verhältnisse. Er werte das Grundstück »Am Anger« als »guten Standort mit schlechten Kriterien«. Einfacher und schneller wäre es, ein neues Gerätehaus für die Feuerwehr Ober-Mockstadt im Innenbereich zu realisieren.

Gemeinsam will man in der Kommission bis Ende des Jahres beide Grundstücke gegenüberstellen, die Bebaubarkeit, den Zeitplan und zwei Kostenanalysen (für Investition und für den Betrieb) abklären.

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