Koalition in Ranstadt passé

  • Dagmar Bertram
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Ranstadt (dab). Das Trendergebnis hatte es schon nahegelegt: In Ranstadt stellen CDU und Freie Wähler (FW) künftig nicht mehr die Mehrheit in der Gemeindevertretung.

Laut Gesamtergebnis, das am Montag um 14.30 Uhr vorlag, kommt die CDU auf 25,09 Prozent - das sind gut sieben Prozentpunkte weniger als 2016. Die FW legen zwar von 20,6 auf 23,66 Prozent zu. Das reicht aber nicht für eine Koalition. Die SPD konnte mit 39,08 Prozent ihr Ergebnis von 2016 (39,8) fast beibehalten. Klare Sieger sind die Grünen: Sie legten von 7,4 auf 12,17 Prozent deutlich zu. Die Wahlbeteiligung lag bei 55,22 Prozent.

Die Kandidatin, die mit 2254 Stimmen die meisten Kreuzchen bekommen hat, ist Bürgermeisterin Cäcilia Reichert-Dietzel. Sie hatte sich von ihrer Partei, der SPD, als Spitzenkandidatin aufstellen lassen. Ihr Mandat wird sie nicht annehmen: »Das habe ich von vornherein kundgetan.« Sie sehe sich als Bindeglied zwischen Verwaltung und Politik, sagte Reichert-Dietzel gestern. Gerade in diesen schwierigen Zeiten sehe sie als klaren Auftrag, auf die Parteien einzuwirken, um eine vernünftige Politik auf den Weg zu bringen.

In der Gemeindevertretung wird die CDU künftig sechs Sitze haben; das ist einer weniger als zuvor. Während die FW mit fünf und die SPD mit neun Sitzen in unveränderter Stärke vertreten sein werden, haben die Grünen einen Sitz hinzugewonnen und stellen nun drei Abgeordnete. Ob es eine Koalition oder Listenverbindung geben wird, ist noch unklar. Die SPD biete allen Fraktionen Gespräche an, die sie als Spitzenkandidatin begleiten werde, sagte Reichert-Dietzel. »Wir haben alle untereinander kein schlechtes Verhältnis.« Das liege auch darin, dass die Mehrheitsverhältnisse in der Vergangenheit häufiger gewechselt hätten. Mal hatten SPD und Grüne eine Stimme mehr, mal CDU und FW.

Reichert-Dietzel betonte, die Grünen müssten wieder im Gemeindevorstand vertreten sein. Als das Gremium 2016 von sechs auf vier Posten verringert worden war, waren die Grünen im Wahlverfahren leer ausgegangen. »Das muss auf jeden Fall korrigiert werden«, sagte sie. »Das Wahlergebnis muss sich im Gemeindevorstand widerspiegeln.«

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