Jugendforum ist auf dem Prüfweg

  • VonCathrin Lutz
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Ranstadt (cat). Auf den Weg gebracht hat die Ranstädter Gemeindevertretung die Einrichtung eines Kinder- und Jugendforums für die Ortsteile, sofern aktive junge Menschen gefunden werden, um dieses Gremium zu beleben.

Christian Gugler (Grüne) erläuterte den Antrag seiner Fraktion: »Die Kids und Jugendlichen wissen, was sie wollen und was nicht. Wir müssen ihnen zuhören. Sie brauchen ein solches Forum, um sich zu äußern«. Man wolle der Jugend ein offenes Ohr bieten, denn schließlich fühlten sich 80 Prozent der unter 22-Jährigen von der Politik nicht richtig vertreten, erklärte Gugler.

Zuspruch lieferte Mirko Berg (SPD). Für seine Fraktion sei »es an der Zeit, dass die Jugend mehr eingebunden wird«. Aber zuvor wollte er bei Jugendlichen abfragen, wer in einem solchen Gremium mitwirken wolle. »Wir brauchen ein Feedback«, unterstrich Berg, der eine Überweisung in den Ausschuss für Jugend und Soziales anregte. Auch Christian Loh (CDU) und Uwe Kaufmann (Freie Wähler) begrüßten den Antrag, auch wenn es ein schwieriges Thema sei, »die Jugend mit ins Boot zu holen« (Loh).

Wünsche der Jüngeren beachten

»Wer A sagt, muss auch B sagen«, resümierte Bürgermeisterin Cäcilia Reichert-Dietzel. Mit diesem Beschluss binde sich die Gemeinde, entsprechend aktiv zu werden. Man müsse die Wünsche der Jugendlichen ernst nehmen und sie bei der Umsetzung unterstützen. Es sei wichtig, sie für die demokratischen Prozesse zu begeistern und entsprechende Mittel bereitzustellen, sagte die Rathauschefin.

Der Überweisung in den Ausschuss und dem Prüfauftrag an den Gemeindevorstand zur Abfrage des Interesses der Jugendlichen folgte die Gemeindevertretung einstimmig.

Ebenfalls einstimmig einigten sich die Parlamentarier auf die Vertreter für den Markvorstand der Mark Mockstadt. Traditionell seien das der Ortsvorsteher von Ober-Mockstadt und die Bürgermeisterin, sagte Mirko Berg (SPD), sodass die Wahl auf Christian Loh und Cäcilia Reichert-Dietzel fiel.

Auch der Einrichtung einer Waldkindergartengruppe, wie sie die Freien Wähler in einem Antrag anregten, steht das Parlament durchaus offen gegenüber.

Allerdings will man sich auf Wunsch von Bürgermeisterin Reichert-Dietzel zunächst in einer Sitzung des Ausschusses für Jugend und Soziales nach den Ideen und Konzepten des eigenen Kita-Personals erkundigen, um dann in einer zweiten Sitzung mit der Trägerin von »Senseabilityacademy«, Asha Scherbaum, die Machbarkeit zu besprechen. Darauf einigte man sich einstimmig, nachdem zunächst Manuela Walter die Fakten und geringen Investitionen dargelegt und danach noch einmal Jo-achim Weiß (beide Freie Wähler) vehement die Werbetrommel dafür gerührt hatte.

Zu wenig Erziehungskräfte

Der Wunsch zur Überweisung in den Fachausschuss kam aus der SPD-Fraktion. Mirko Berg machte deutlich, dass die beiden Kitas in Ranstadt derzeit zwölf freie Plätze aufwiesen. Außerdem: für die Waldkindergartengruppe würden drei weitere Fachkräfte benötigt. Derzeit fehlten allerdings bereits vier Erzieher/innen, gab Berg zu bedenken, »das wären dann deren sieben, die fehlten. Und das bei dem derzeit absolut leer gefegten Stellenmarkt«.

Wasser in den Wein schüttete auch Rathauschefin Reichert-Dietzel, die die Probleme des Waldes (Trockenheit, Schädlinge) und die Quasi-Privatisierung einer Kita-Gruppe konkretisierte. »Ich freue mich trotzdem auf die Diskussionen im Ausschuss, aber wir müssen mit den Füßen auf dem Boden bleiben«, empfahl die Bürgermeisterin.

Kosten in Höhe von rund 30 000 Euro hat das Parlament für die Planungsleistungen der zur Sanierung anstehenden denkmalgeschützten Brücke in Bellmuth auf den Weg gebracht. In der Planung, die das Ingenieur-Büro Zick-Hessler übernimmt, sind Kostenrechnung, Genehmigungsplanung, Ausführungsplanung, Vorbereitung und Mitwirkung der Vergabe sowie Objektüberwachung und Objektbetreuung enthalten. Auf Basis der Kostenschätzung soll außerdem ein IKEK-Förderantrag gestellt werden.

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