»Großes Ganzes nie außer acht lassen«

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Ranstadt (sl). Am Vorabend des 50. Jahrestags des Zusammenschlusses der Ortsteile Belmuth, Bobenhausen I, Dauernheim, Ober-Mockstadt und Ranstadt zur Großgemeinde Ranstadt am 1. Oktober 1971 hat Parlamentsvorsteher Jan Rösch die Mitglieder der Gemeindevertretung zum Sektempfang mit kleiner Feierstunde ein.

Rückblickend konstatierte Rösch, dass die Beschlüsse damals keineswegs einstimmig gefällt wurden. »Aber wir sind froh, dass es heute so ist wie es ist«, sagte Rösch. Die Einwohnerzahlen entwickelten sich in den vergangenen 50 Jahren von 3700 auf derzeit etwa 5100, und die Gemeindevertretung, der er vorsteht, ist bereits das elfte Parlament der Großgemeinde. Rösch beleuchtete auch die Großgemeinde als Gesamtgebilde und die Frage, ob man Bürger eines Ortsteils oder der Großgemeinde sei. Er zitierte dazu den kürzlich verstorbenen Ehrenbürgermeister Walter Suppes, der vor Kurzem erst feststellte: »Ich denke schon, dass in den Ortsteilen nicht mehr so für sich gedacht wird. Es hat sich gut entwickelt, besonders auch das Vereinsleben. In jedem Ort konnten Gemeinschaftseinrichtungen gebaut und erhalten werden, jeder behielt seine Identität. Dennoch ist mehr und mehr eine Gemeinde draus geworden«.

Diese Aussagen und weitere Fakten brachten Rösch zur Feststellung: »ja, man kann sich als Bürger einer Großgemeinde wie Ranstadt bezeichnen«, denn jeder Ort habe seine Highlights und seine Charakteristik behalten. Aber mittlerweile mache es keinen Unterschied mehr, aus welchem Ortsteil man stammt. Für ihn bedeute die Identifikation mit der Großgemeinde, »dass man Freunde und Bekannte in allen Ortsteilen haben kann und gelegentlich die Fahne des eigenen Ortsteils hochhält, ohne aber dabei nie das große Ganze der Großgemeinde außer Acht zu lassen«.

Präsente für die Bürgermeisterin

Beim ersten offiziellen Termin nach der Bürgermeisterwahl, der Sitzung der Gemeindevertretung, wurde die neue und alte Rathauschefin Cäcilia Reichert-Dietzel noch einmal mit Präsenten bedacht.

Für die SPD-Fraktion sprach Mirko Berg von einem großen Wahlsonntag in Berlin und Ranstadt und überreichte einen Blumenstrauß. Reichert-Dietzel habe ein sehr gutes Ergebnis erzielt und gehe in ihre dritte Amtszeit, so Berg.

Auch Christian Loh (CDU) freute sich auf die weitere Zusammenarbeit und überreichte ein Weinpräsent aus dem Staatsweingut Kloster Eberbach. Und Parlamentsvorsteher Jan Rösch überraschte die Bürgermeisterin mit Äppler aus Ober-Mockstädter Äpfeln und heimischem Honig. Beides befand sich in einer Stofftasche mit der Aufschrift »Bürgermeisterin mit Herz«, was Reichert-Dietzel sehr passend fand, denn sie sei stets »mit vollem Herzen bei der Arbeit, die sie so liebe«.

Die Vorstellung des »Sozialindex 2018« verwies das Parlament in den Sozialausschuss zur Beratung.

Nicht auf die Tagesordnung hatte es ein Erweiterungsantrag von Joachim Weiß (Freie Wähler) geschafft, der einen Jugendpfleger auf Mini-Jobbasis und die Einrichtung einen zentral gelegenen und geeigneten Jugendraums gefordert hätte. Auch wenn die Gemeinde dem Trauma des ermordeten Jugendlichen im Januar offensiv begegnen will: der Antrag scheiterte aber an der nicht erreichten Zweidrittelmehrheit.

Mitgeteilt wurde unter anderem, dass die ursprünglich für gestern geplante Bürgerversammlung auf den 4. November um 19 Uhr im Bürgerhaus Ranstadt verschoben wurde.

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