Gewerbepark ohne Ranstadt

  • vonStephan Lutz
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Ranstadt (sl). Die Gemeinde Ranstadt wird sich nicht am geplante »Interkommunalen Gewerbepark Oberhessen« bei Nidda beteiligen. Obwohl der Haupt- und Finanzausschuss dies empfohlen hatte, fand sich am Ende der umfangreichen Diskussion in der Gemeindevertretersitzung bei sechs Ja- und sechs Nein-Stimmen keine Mehrheit dafür.

Mirko Berg (SPD) hob die Chancen für Ranstadt hervor: »Die Region wächst zusammen, Projekte werden gemeinsam umgesetzt, wir schaffen Arbeitsplätze vor Ort, haben weniger Pendler Richtung Frankfurt und siedeln noch neue Bürger an.« So könne die Gemeinde an Gewerbe- und Einkommensteuereinnahmen partizipieren.

Heiko Gläsel (Grüne) hingegen wandte ein, dass das alte Flughafengelände bei Borsdorf mit Altlasten behaftet sein soll. Eine Gegenrede hielten auch Christian Loh (CDU) und Michael Strecker (Freie Wähler). »Wir wünschen dem Projekt alles Gute, aber es ist nicht unser Projekt«, sagte Strecker, der neben möglichen Altlasten im Boden auch die Verkehrssituation für Borsdorf kritisierte. Die Freien Wähler seien Anhänger von interkommunaler Zusammenarbeit, »aber nur dort, wo es Sinn macht«. Thomas Knaus (SPD) warnte davor, »die ausgestreckte Hand aus Nidda« bereits in einem so frühen Stadium zurückzuweisen. »Das kann ein tolles Projekt werden.« Er befürchte, dass diese Entscheidung auch Folgen für die Bewerbung um die Landesgartenschau bedeuten könne.

Rathauschefin Cäcilia Reichert-Dietzel (SPD) sprach von einer »vertanen Chance, wenn schon jetzt das Angebot ausgeschlagen wird«. Sie wundere sich, dass gerade die CDU und die Freien Wähler, die sich sonst für Gewerbe und Mittelstand einsetzten, diese Art der interkommunalen Zusammenarbeit ablehnten. Die Idee sei schließlich dem Verein Oberhessen entsprungen und als große Chance für die Region einzustufen, zumal man die gleiche Beteiligung wie die Stadt Nidda erhalten würde. Eine solche Chance komme so schnell nicht wieder, sagte die Rathauschefin. Zu dem »Konkurrenz-Gerücht« merkte sie an: »Wir können solch große Gewerbeflächen gar nicht bieten, wir wollen mit unserem Land haushalten.«

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