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Christian Seitz (M.) steht dem Ranstädter Parlament seit 25 Jahren vor. Bürgermeisterin Cäcilia Reichert-Dietzel und Seitz’ Stellvertreter Christian Loh gratulieren.

Gegen ein "Parlament der Abnicker"

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Ranstadt(sl). Ein besonderes Jubiläum hat Christian Seitz (SPD) am Dienstagabend im Ranstädter Bürgerhaus feiern können: Der Vorsitzende der Gemeindevertretung bekleidet dieses Amt seit 25 Jahren. Dem Parlament gehört der Sozialdemokrat schon seit 38 Jahren an. Als erster Bürger der Gemeinde arbeitet er inzwischen fast zehn Jahre mit Bürgermeisterin Cäcilia Reichert-Dietzel zusammen, wie zuvor schon 15 Jahre mit ihrem Vorgänger Erhard Landmann.

Seitz’ Stellvertreter Christian Loh (CDU) lobte den Parlamentschef als Menschen, der sein Amt mit viel Herzblut, Leidenschaft und Engagement ausfülle. In den Archiven hatte er herausgefunden, dass Seitz auch 14 Jahre im Ortsbeirat der Kerngemeinde aktiv war, darunter von 2011 bis 2016 als Ortsvorsteher. 2003 war er als Bürgermeisterkandidat für die SPD ins Rennen gegangen (gegen Landmann). Seit 1994 sei er der höchste Repräsentant der Gemeinde, für den stets das Wohl aller Ranstädter im Mittelpunkt stehe. Über all die Jahre habe Seitz die Sitzungen stets mit der notwendigen Neutralität, einem gewissen Charme und mit seiner ruhigen, besonnenen Art geleitet und alle Situationen souverän gelöst. Loh gratulierte im Namen der Gemeindevertretung und aller Ausschüsse, während Bürgermeisterin Reichert-Dietzel für 25 Jahre im Dienste der Gemeinde für den Gemeindevorstand und die Verwaltung Glückwünsche übermittelte. Ausgeglichen sei seine Sitzungsführung, sagte die Rathauschefin, die auch seine Mahnungen, sein Durchsetzungsvermögen und seine Empfehlungen lobte. "Wir müssen mehr Demokratie wagen", zitierte sie Seitz, der Themen zur Entscheidung bringe. Er verwahre sich gegen "Pille-Palle-Entschlüsse", lasse deshalb auch nicht jeden Antrag auf die Tagesordnung, und warne vor einem "Parlament der Abnicker". "Die Gemeindevertretung ist unser wichtigstes Organ in der Kommunalpolitik - lasst es nicht verkommen", hatte er einmal gesagt. Ringen und Streiten für die richtige Entscheidung sind ihm immer wichtig.

Seitz dankte für die Präsente, darunter Rotwein und Champagner, und sagte kurz und knapp: "Es war mir eine Ehre." Es erfülle ihn mit Freude, wenn 90 Prozent der Abstimmungen einstimmig erfolgen und die Bürgermeisterin und die Verwaltung gute Arbeit leisteten und ihre Beschlussvorlagen bestens vorbereiteten. Mit einem Umtrunk und Imbiss wurde das Jubiläum beschlossen.

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