Ein Fichtentrieb als Snack

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Zusammen mit Vogelstimmenführer Karl-Hermann Heinz aus Stockheim, der seit über 60 Jahren im Naturschutz tätig ist, starteten die Naturfreunde Ober-Mockstadt kürzlich ihren Naturwandertag.

Zusammen mit Vogelstimmenführer Karl-Hermann Heinz aus Stockheim, der seit über 60 Jahren im Naturschutz tätig ist, starteten die Naturfreunde Ober-Mockstadt kürzlich ihren Naturwandertag.

Die Wanderung führte zu den schönsten Winkeln der Ober-Mockstädter Gemarkung. Los ging es in der Ortsmitte über die Lauenburg und die Lust entlang des Bauernbusches und anschließend zurück in die Aue zum Lehrbiotop der Naturfreunde.

Insgesamt 43 Vogelarten von Rotmilan über Mehlschwalbe bis zum Schwarzspecht sahen und hörten die 45 Teilnehmer. Auch bei den Insekten gab es viel zu entdecken, so zum Beispiel die Schmetterlingsarten Aurorafalter und das Landkärtchen.

Besonderes Augenmerk lag auf der Botanik. So staunten die Teilnehmer nicht schlecht, als Heinz die nahrhaften Triebspitzen der Fichte und einige Stängel der Knoblauchsrauke als Snack zu sich nahm. Er bedauerte die zunehmende Abkehr der Menschen von der Natur. "Früher wurde jedes Kraut als Lebens- oder Heilmittel verwendet. Heute wird alles als Unkraut abgetan."

Um artenreiche Wiesen zu erhalten, befürwortete Heinz eine Beweidung oder Mahd der Flächen. Das weitverbreitete Mulchen hingegen führt zu erhöhtem Stickstoffeintrag und somit zur Verarmung der Pflanzengesellschaften. Er lobte die Arbeit der Naturfreunde, insbesondere die Anlage der noch bestehenden Blühflächen des vergangenen Jahres, die über den Winter nicht gemäht wurden. Das sei wichtig, da Insekten in den verblühten und hohlen Stängeln Unterschlupf fänden.

Auch diesmal nahmen alle Generationen des Vereins teil. Den Kindern gefiel es besonders, mithilfe ihrer Becherlupen so manches Tier entlang des Weges zu erforschen.

Nach der dreistündigen Wanderung erwartete die Teilnehmer am Lehrbiotop "An den Orlesgärten" ein reichhaltiges Frühstücksbuffet bei strahlendem Sonnenschein.

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