sda_RanstadtKompassUeberg_4c
+
Vor dem Ober-Mockstädter Bürgerhaus übergibt der Präsident des Polizeipräsidiums Mittelhessen, Bernd Paul, Urkunde und Rathausschild des Kompass-Programms für mehr Sicherheit an Bürgermeisterin Cäcilia Reichert-Dietzel.

Damit das Sicherheitsgefühl steigt

  • VonInge Schneider
    schließen

Ranstadt (im). Mehr Sicherheit vor Ort - das ist das Ziel des KOMPASS-Programms des hessischen Innenministeriums. Auf den Stufen des Ober-Mockstädter Bürgerhauses hat der Präsident des Polizeipräsidiums Mittelhessen, Bernd Paul, nun Urkunde und Rathausschild des Programms an Ranstadts Bürgermeisterin Cäcilia Reichert-Dietzel übergeben. Die Gemeinde ist damit die 18.

in Hessen und nach Büdingen, Bad Nauheim und Bad Vilbel die vierte im Wetteraukreis, die in den Prozess »Kommunal-Programm Sicherheits-Siegel« aufgenommen wird. Damit nimmt Ranstadt an der Entwicklung eines passgenauen Sicherheitskonzeptes für die Kommune unter Mitwirkung von Polizei, Politik und Bürgern teil. Zahlreiche Beamte des Polizeipräsidiums, Seniorenbeiräte und Sicherheitsbeauftragte der Kommune sowie Vertreter des Gemeindevorstandes wohnten der Übergabe bei.

Vorangegangen war eine Begrüßung im Bürgerhaus durch die Bürgermeisterin. Reichert-Dietzel unterstrich in ihrer Ansprache vor allem die Bedeutung der Bürgermitwirkung, wo immer es um Fragen der Sicherheit und somit der Lebensqualität im eigenen Wohnort gehe.

Polizeipräsident Paul berichtete, das Programm sei 2017 als »Teil der hessischen Sicherheitsarchitektur« im Innenministerium entwickelt und zunächst in vier Modellkommunen eingeführt worden.

Wie sicher ist die Gemeinde?

Es ermögliche über einen mehrjährig angelegten Prozess hin die Ausarbeitung eines auf die jeweilige Gemeinde, ihre Probleme und Anliegen ausgerichteten Sicherheitskonzepts. Am Ende dieser Phase stehe die Verleihung des KOMPASS-Siegels als Kennzeichen einer sicheren Gemeinde. »Das Schöne am KOMPASS-Prozess ist, dass er dank der Bevölkerungsbefragung und der Sicherheitskonferenzen aller Beteiligten aus Polizei, Politik, Vereinen, Schulen, Kitas und Kirchen sowie Jugend-, Senioren- und Migrationsbeauftragten ganz eng an der Basis und den speziellen Problemen vor Ort arbeitet«, unterstrich Paul. »Am Anfang steht die Frage: Was belastet und besorgt die Bürger in Ranstadt in Sachen Sicherheit?« Durch Befragungen und Sicherheitskonferenzen würden die wichtigsten Probleme benannt und gesammelt. Vielfach handele es sich hierbei um Fragen des Verkehrs, der Ordnung und Sauberkeit, der Müllentsorgung oder des Vandalismus. Ebenso gehe es um ausreichende Beleuchtung und Einsehbarkeit von Straßen und Plätzen, um Personen und Gruppen im Ort, die »störend und verängstigend« wirken könnten, um Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit, um Formen von Straftaten, die geschähen oder befürchtet würden, wie zum Beispiel Drogenhandel. »KOMPASS versucht im ersten Schritt, das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger einer Gemeinde abzubilden, das sich durchaus deutlich von der objektiv gegebenen Sicherheitslage unterscheiden kann«, erläuterte Paul. »Objektiv ist Ranstadt eine sehr sichere Gemeinde. Hochgerechnet auf eine Zahl von 100 000 Einwohnern habe sich hier 2019 eine Zahl von 1530 Straftaten ergeben, hessenweit sind es 5446 auf 100 000 Einwohner, bundesweit 6386«, rechnete der Polizeipräsident vor. »Sie sehen: Man lebt in Ranstadt um ein Mehrfaches sicherer als an anderen Orten in Hessen. Dennoch ist natürlich jede Straftat eine zu viel. Von daher ist es sehr zu begrüßen, dass Sie sich für den KOMPASS-Prozess entschieden haben, der auch nach der Verleihung des Siegels nicht abgeschlossen ist. Das Thema Sicherheit wandelt sich ständig und bleibt dynamisch.«

Mehrere Etappen und ein Siegel

Im Anschluss legten die KOMPASS-Beauftragten des Polizeipräsidiums Mittelhessen, Kriminalhauptkommissar Jörg Schormann und Polizeihauptkommissarin Sonja Böhm, die einzelnen Etappen des KOMPASS-Prozesses von der Bewerbung bis zur Siegelverleihung dar. »Die KOMPASS-Mischung aus Polizei, Bürgerschaft und Kommune ist relativ unschlagbar«, sagte Sonja Böhm. »Realistisch gesagt, werden wir nicht alles verändern und retten, aber gemeinsam kommen wir mit Sicherheit sehr weit und können eine Menge tun, um das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger zu verstärken.«

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare