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Bunte Bilder auf der Straße sollen den Verkehr beruhigen und auf spielende Kinder aufmerksam machen.

Bunte Bilder für sichere Straßen

  • vonInge Schneider
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Ranstadt (im). Eltern, Kinder, die Gründer der Initiative »Sichere Straßen in Ranstadt« sowie Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung finden sich am Ortseingang zur Ranstädter Neubausiedlung Mockstädter Höhe ein: Gemeinsam bringen sie Absperrungen in Position und erreichen so eine halbseitige Verkehrsberuhigung der Straße »Hassia-Höhe«. Während Grafikerin Meike Houy im geschützten Bereich mit geübten Strichen einige kindgerechte Motive vorzeichnet, ergreifen die Kinder die bereitgestellten Pinsel, tauchen sie in die bunten Dispersionsfarben, die vom gemeindeeigenen Bauhof und einer Ranstädter Firma gestiftet wurden - und beginnen zu malen.

Wenig später gesellt sich Bürgermeisterin Cäcilia Reichert-Dietzel hinzu und schwingt spontan ebenfalls den Pinsel. »50 solcher verkehrsberuhigender Bilder an mindestens fünf Stellen in der Kommune - das wäre eine tolle Idee zum diesjährigen Jubiläum ›50 Jahre Großgemeinde Ranstadt‹«, schlägt die Rathauschefin vor.

Ordnungspolizist Uwe Lecheleidner regelt und bremst inzwischen den Verkehr und weist einige Fahrer auf das vorgeschriebene Tempo 30 hin. Die Zahl ist nicht nur deutlich auf einem Verkehrsschild zu lesen, sondern prangt inzwischen auch gut lesbar in knalligem Rot auf dem Asphalt.

»Der Autoverkehr ist ein Problem an dieser Stelle«, erläutert Jochen Houy. Der junge Vater, Mitbegründer und Sprecher der Ende 2020 gegründeten Initiative »Sichere Straßen in Ranstadt« ist vor 15 Jahren ins Neubaugebiet Mockstädter Höhe gezogen. Er lobt den dortigen Zusammenhalt, den engen Kontakt untereinander und den gemeinsamen Willen, etwas zum Wohle aller zu bewegen.

»Im Inneren ist die Siedlung vielfach verkehrsberuhigt - an der Umgehungsstraße Hassia-Höhe ist ebenfalls Tempo 30 vorgesehen. Nur wird diese Vorschrift, nicht immer eingehalten«, sagt Houy und weist auf einige Lastwagen, die in erhöhtem Tempo heranfahren und erst bei der Absperrung abbremsen. Jenseits der Straße befindet sich außerdem ein »Abenteuerspielplatz«. Die Rücksichtnahme der Autofahrer wäre für die jungen Entdecker wichtig, um sich unbeschwert austoben zu können, sagt Houy.

»Generell haben wir Eltern kein Problem damit, dass dies hier eine Mischsiedlung ist, wo es Gewerbe und Industrie gibt - von irgendetwas müssen die Menschen und der Ort schließlich leben, und alles Gewerbe im Rhein-Main-Gebiet zu zentrieren, ist auch keine Lösung«, sagt Houy. Kinder sollten dennoch gefahrlos über die Straße kommen - dafür mache sich die Initiative ›Sichere Straßen in Ranstadt‹ stark. »Wir möchten verstärkt auf die Belange aller Verkehrsteilnehmer in der Kommune eingehen, vor allem auf die schwächsten. Außerdem wollen wir unter Beweis stellen, dass man in Zusammenarbeit mit Politik und Gemeindeverwaltung, dem Fachbereich Ordnung und Soziales, dem Bauhof sowie der Wetterauer Verkehrswacht viel erreichen kann. Hier ist das perfekt gelungen«, erläutert Houy, der ausdrücklich auch die Zusammenarbeit mit Bürgermeisterin Cäcilia Reichert-Dietzel lobt. Zusammen mit seinen Mitstreitern hat er auch die Facebook-Gruppe »Sichere Straßen in Ranstadt« gegründet, der schon über 100 Mitglieder beigetreten sind.

Kinderfiguren als Erinnerung

Bunt bemalte Kinderfiguren zur Erinnerung an die Verkehrsregeln wird es an der Straße Hassia-Höhe laut Houy sicher bald geben,

Ein Brief eines anonymen Schreibers, der sich dieser Tage mit diversen Verkehrsproblemen an die Gemeindeverwaltung gewandt hatte, wurde im Gemeindeblatt abgedruckt. »Die Person spricht viele Themen und Verkehrssituationen an, die auch uns wichtig sind«, sagt Jochen Houy. »Das Zuparken von Bürgersteigen und Rettungswegen, die Gefahr der Durchgangsstraßen, die Parksituation am Gesundheitszentrum Ranstadt, die Rolle von Hessen Mobil beim Bau von Verkehrswegen. Alles wichtig - aber warum anonym? Der Schreiber soll lieber zu uns kommen und mitmachen!«

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