Blütenpracht zu anderen Zeiten

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Aufgrund der Brisanz und der Dringlichkeit der Lage haben die Naturfreunde Ober-Mockstadt mit weiteren Fachleuten des Naturschutzes neue Wege erörtert, dem Artensterben der Insekten- und Vogelwelt entgegenzutreten. Die zurzeit laufenden Maßnahmen auf privater, kommunaler und landwirtschaftlicher Ebene sollten überdacht und ergänzt werden, hieß es. Selbst das Umweltbundesamt beschreibe die Greening-Maßnahmen der EU-Agrarreform von 2013 als "viel Geld mit wenig Wirkung".

Aufgrund der Brisanz und der Dringlichkeit der Lage haben die Naturfreunde Ober-Mockstadt mit weiteren Fachleuten des Naturschutzes neue Wege erörtert, dem Artensterben der Insekten- und Vogelwelt entgegenzutreten. Die zurzeit laufenden Maßnahmen auf privater, kommunaler und landwirtschaftlicher Ebene sollten überdacht und ergänzt werden, hieß es. Selbst das Umweltbundesamt beschreibe die Greening-Maßnahmen der EU-Agrarreform von 2013 als "viel Geld mit wenig Wirkung".

Da das Artensterben neuesten Studien zur Folge weiterhin anhalte, würden weitere Flächen, welche Nektar- und Nahrung in die Kulturlandschaft bringen, gesucht und dringend benötigt. Andreas Mohr, Träger des Umweltschutzrpreises 2016, sowie der Vorsitzende des Naturschutzfonds Wetterau Dr. Burkhard Olberts kamen an einem bestehenden Blühstreifen in Ober-Mockstadt mit einigen Naturfreunde-Mitgliedern zusammen.

Im Laufe des Rundgangs wurden zwei weitere Möglichkeiten, die vermehrte Begrünung zu erreichen in Betracht gezogen: Der Ausaattermin für Flächen, die zu Beginn der Vegetationsperiode bestellt werden, sollte Richtung Jahresmitte verlegt werden, um die mechanische Unkrautbekämpfung intensiv und zielführend durchführen zu können. Dadurch könne eine eventuelle Dominanz von Brennnessel und Distel vermindert werden. Dies würde ebenfalls für Blüten und Nektar im Spätherbst sorgen. Im Folgenden sollte der Aufwuchs über Winter stehen bleiben und im Frühjahr ohne Bodenbearbeitung erneut erblühen.

Alternativ könnten die Blühstreifen, die an Kulturflächen grenzen, an die Rapsschläge angepasst werden, die im August gesät werden. Das hätte zur Folge, dass die Blühpflanzen in dem Jahr noch zum Teil zum Blühen kämen und zum Teil als Frostkeimer im kommenden Frühjahr aufliefen. Hierdurch bliebe der Flächenbedarf gleich und es entstünden keine Mehrkosten und kein Mehraufwand für die Bodenbearbeitung. Diese Vorgehensweise käme allen Tieren zugute, da die Blühstreifen als Lebensraum über die lange Vegetationsperiode des Rapses bis ins darauf folgende Jahr bestehen blieben. Diese Variante müsste mit den Bewirtschaftern abgestimmt werden.

Zusammengefasst kann die Blühfläche etwa 14 Monate der Vogel- und Insektenwelt zur Verfügung stehen. Landwirte müssten dann nur für eine Vegetationsperiode entschädigt werden. Die einhellige Meinung war, dass diese vielversprechenden Maßnahme an offizieller Stelle zur Diskussion gestellt werden soll.

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