Zur Apfelblüte ins Alte Land

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Das Naturschauspiel, Hunderttausende Apfelbäumchen in Vollblüte zu sehen und deren verführerischen Duft zu riechen, ist sicher eine Reise wert, dachte sich die Obst- und Gartenbauabteilung des Kulturvereins Dauernheim und brach auf zu einer Vier-Tages-Fahrt ins Alte Land, das im Südwesten an Hamburg angrenzt.

Das Naturschauspiel, Hunderttausende Apfelbäumchen in Vollblüte zu sehen und deren verführerischen Duft zu riechen, ist sicher eine Reise wert, dachte sich die Obst- und Gartenbauabteilung des Kulturvereins Dauernheim und brach auf zu einer Vier-Tages-Fahrt ins Alte Land, das im Südwesten an Hamburg angrenzt.

Ziel war zunächst ein Hotel im Herzen Buxtehudes, eine ehemalige Mühle in der Altstadt direkt am Fleth. In der Dämmerung und einbrechenden Nacht erzählte dann ein Nachtwächter bei einer Führung Interessantes und Anekdoten aus der Geschichte der Hansestadt.

Am nächsten Morgen fuhr man zum Boomgarden, ein Streuobstwiesen-Projekt des Pomologen, Imkers, Fachbuch-Autors und Öko-Obstbauern Eckart Brandt, dessen Berufung es ist, alte Obstsorten zu sammeln und zu bewahren. Auf dem 3,8 Hektar fassenden Areal des Boomgardens wachsen nach seinen Angaben 350 verschiedene Obstsorten und von vielen wusste er der begeisterten Zuhörerschaft spannend zu berichten. Besondere Aufmerksamkeit erhielt er, als er erklärte, dass viele der alten Sorten im Gegensatz zu den Neuzüchtungen allergikerfreundlich seien.

Brandt, der den Streuobstanbau hauptberuflich betreibt, vermarktet seine Produkte auf Wochenmärkten direkt, schreibt Bücher über den Anbau, Eignung und Verwendung der alten und lokalen Sorten und verkauft Produkte aus seinem Obst – darunter Säfte, Marmeladen, Brände und sogar Apfel-Nudeln -, aber auch selbst veredelte Obstbäume und Edelreiser.

In einem Restaurant direkt an der Elbe konnten die Dauernheimer Obstfreunde anschließend beim Mittagessen "Pötte gucken" und die vorbeifahrenden Schiffe beobachten, bevor sie als Kontrast zum Streuobstanbau am Vormittag einen Obsthof mit Plantagenanbau besuchten. Mit dem "Obsthof-Express", einem Kleintraktor mit unzähligen Anhängern, in dem jeweils vier Personen Platz fanden, fuhr die Gruppe durch die in Vollblüte stehenden Apfelplantagen mit endlos langen Reihen der modernen Obstsorten, die man in den Supermärkten findet. Bestaunen konnte man die Vorkehrungen zum Beregnen gegen Frost, zum Abdecken der Kirschbäume gegen Vogelfraß und einen straff durchorganisierten Betrieb.

Lagerung ohne Sauerstoff

Bei einem Stopp erzählte der Traktorfahrer von den Problemen der Plantagenbetreiber durch Wetter, Vögel und Schädlinge, und dass man nur "in geringem Maße" einwirke, um das biologische Gleichgewicht zu erhalten. Er berichtete auch von den Obstlagern, in denen das Obst kühl und annähernd ohne Sauerstoff gelagert wird, um auch weit nach der Saison knackig frisch an die Verbraucher zu gelangen.

Abends besuchte der KVD das Hansestädtchen Stade im Westen des Alten Landes, mit seiner wunderschönen Altstadt und dem alten, romantischen Hafen.

"Ab nach Hamburg" hieß es am Samstagmorgen, wo an den Sankt-Pauli-Landungsbrücken ein Stadtführer zustieg und den Dauernheimern in einer zweistündigen Rundfahrt die Stadt näher brachte.

Am frühen Nachmittag legte die Barkasse "Hansensien" mit der jungen Skipperin Malina und ausschließlich dem KV Dauernheim zu einer Hafenrundfahrt ab. Leider ließ die Tide nicht das Einfahren in die Speicherstadt zu, jedoch schipperte Malina durch den Containerhafen, vorbei an der Elbphilharmonie, in die Norderelbe mit den Alsterschleusen und durch den Museumshafen.

Einige Frühaufsteher fuhren am frühen Sonntagmorgen mit der S-Bahn zum Fischmarkt nach Hamburg.

Alle Teilnehmer der bestens organisierten Fahrt waren begeistert von den abwechslungsreichen und interessanten Stationen des Ausflugs.

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