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Schauspieler Hans Schwab hat sich für den Film »Beethoven aus der Zeit gefallen« in den großen Komponisten verwandelt. Das gesamte kreative Team der Musik- und Kunstschule Büdingen ist nun für das Engagement belohnt worden.

1. Preis für Beethoven-Film

  • Sabine Bornemann
    VonSabine Bornemann
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Was alles gehen kann, wenn nichts zu gehen scheint, das hat die Musik- und Kunstschule in Büdingen bewiesen. Corona hat das engagierte Filmprojekt zu Beethovens 250. Geburtstag mächtig durcheinander gewirbelt. Aufgeben galt nicht. Und das ist jetzt belohnt worden. Mit einem deutschlandweit 1. Preis und 5000 Euro.

Die kleine, unbeugsame Musikschule in Büdingen hat es geschafft. Genauer gesagt, viele fleißige Freiwillige um Ronka Nickel und Schauspieler Hans Schwab. Der Film »Beethoven aus der Zeit gefallen« hat beim deutschlandweiten Wettbewerb des Musikverbandes Chor und Orchester (BMCO) den 1. Preis gewonnen. Mit dem professionellen Film haben die Büdinger viele User im Internet und die Jury des BMCO überzeugt. Ziel war es, sich anlässlich des 250. Geburtstags des berühmten Komponisten mit seinem Leben und Schaffen in neuer Weise auseinanderzusetzen.

Ronka Nickel hört man die Freude und die Zuversicht an: »Die Musikschule ist durch schweres Fahrwasser gefahren und hat sich nicht unterkriegen lassen«, sagt die Regisseurin. Das wird jetzt belohnt. Gemeinsam mit ihrem Ehemann - dem Schauspieler Hans Schwab - hat sie gemeinsam mit vielen Freiwilligen das Filmprojekt »Beethoven aus der Zeit gefallen« auf den Weg gebracht und umgesetzt ( die WZ berichtete ).

Unter 23 Einsendungen wurde im Internet abgestimmt - die Büdinger Musik- und Kunstschule (MuKs) hat gewonnen und deutschlandweit den 1. Platz erreicht. Dafür gibt es 5000 Euro.

Viele Stunden Arbeit und vor allem viel Einfallsreichtum und Improvisationstalent stecken in dem Projekt. Denn wegen Corona und den damit verbundenen Auflagen musste Nickel sich immer wieder Neues einfallen lassen oder das Drehbuch umschreiben.

Eigentlich waren neben den 25 Schülerinnen und Schülern sowie zwölf Dozentinnen und Dozenten der MuKs, die bei dem Film mitgewirkt haben, noch zwei Bands, zwei Orchester und zwei Chöre eingeplant. Doch das klappte wegen der immer strenger werdenden Auflagen ab Dezember nicht mehr.

»Corona war und ist wie ein eiserner Vorhang«, sagt Nickel. Für sie war es das erste Drehbuch, das sie geschrieben hat, und auch die erste Filmregie, die sie gemacht hat.

Dank Schwabs und Nickels Kontakten zu professionellen Film-Kollegen wie Ekkehard Makosch hinter der Kamera konnten sie ein solches Projekt überhaupt stemmen. Mit viel Herzblut, noch mehr Engagement und dafür überschaubaren Kosten.

Das Projekt zeige, was alles möglich ist und welche Chancen sich auch in schwierigen Situationen immer wieder bieten, meint Nickel. »Es geht immer mehr, als man zunächst denkt.«

Genau das möchte sie den Musik- und Kunstschülern und allen anderen mit auf den Weg geben. Es geht ihr um die Freude am Tun und um Möglichkeiten, die sich bieten. Das sei etwas, das sie in der Pandemie gelernt habe. Und genau das zeigt sich an der MuKs. Die sich nicht hat unterkriegen lassen und trotzt aller Widrigkeiten »alles durchgezogen hat«, wie Nickel selber erlebt hat. Mit dem Film wollen sich alle Kreativen um Hans Schwab auch bei Kurzfilmwettbewerben bewerben. Dafür musste der Film von den jetzigen 27 Minuten auf knapp 15 Minuten gekürzt werden. »Zum Opfer gefallen ist dabei unser langer Abspann mit allen Beteiligten«, bedauert Nickel. Bei Vorführungen in der Region werde natürlich die lange Fassung zu sehen sein.

Was genau in der Musikschule mit dem Preisgeld gemacht werden soll, stehe derzeit noch nicht fest. »Wir freuen uns alle riesig und überlegen noch«, meint Nickel.

Alle sollen wieder auftreten

Eigentlich müsste mit allen Kreativen gefeiert werden, aber das geht derzeit ja bekanntlich nicht. Deshalb hoffen die Verantwortlichen auf September. Für den 11. September ist ein Tag der offenen Tür in der Musikschule geplant, der hoffentlich in Präsenz stattfinden kann. Da soll der Film gezeigt werden. Alle Mitwirkenden und all diejenigen, die coronabedingt nicht im Film dabei sein konnten, sollen dann die Möglichkeit haben, musikalisch aufzutreten. Dazu möchte sich Ronka Nickel ein eigenes Programm und Konzept ausdenken, das zwar zum Film passt, diesen aber nicht einfach »weitererzählt«. Vielleicht wird alles in Kontrast zum Film oder in Beziehung dazu stehen. Da sei sich die Regisseurin bisher noch nicht sicher.

Mit »Beethoven aus der Zeit gefallen« ist ein Film entstanden, der nicht nur das Beethoven-Jahr und die Musikschule im Oberhof in besonderer Weise darstellt, sondern der auch zeigt, was alles möglich ist, wenn viele Kreative zusammenarbeiten und den Mut nicht verlieren.

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