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Poetischer Grunge und grüner Koboldhut: Paulina Conrad macht Musik in einem Genre, das es so in Deutschland bisher nicht gibt. Heute erscheint ihre erste Single.

Poetische Musik, die Mut macht

  • Sabine Bornemann
    VonSabine Bornemann
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Von einem mutigen Neuanfang kann Paulina Conrad ein Lied singen: Ihre Karriere in der Gastronomie hat die Bad Nauheimerin aufgegeben und sich vollkommen der Musik gewidmet, die sie schon immer machen wollte: Poetgrunge. Deutsche, lyrische Texte, eingängige Klänge, die an Nirvana erinnern. Ihre erste Single erscheint heute auf Spotify.

Sie hat den Job gekündigt und ist ihrer Leidenschaft gefolgt: Musik. Paulina Conrad wusste schon seit sie 13 Jahre alt ist, was sie wirklich machen möchte. Nach 18 Jahren und einer Karriere in der Gastronomie hat sie viel Mut bewiesen, alles auf eine Karte gesetzt und sich voll ihrer Musik gewidmet. Einem Genre, das es so in Deutschland offiziell noch nicht gibt: Poetgrunge. Heute erscheint ihre erste Single »P. Cobold« auf Spotify.

Mit ihrer Musik möchte Pauli, wie sich auch die Band nennt, die Welt ein bisschen besser machen. Einfach Kritik nach außen üben, möchte sie nicht. »Man muss an sich selber arbeiten und die eigenen Fehler erkennen. Ich möchte die Menschen zur Selbstreflexion bewegen«, sagt die Bad Nauheimerin.

Reflektiert hat sie sich in den vergangenen Jahren sehr viel. Einen Beruf in der Gastronomie und Musikerin sein - mit allem, was dazu gehört, das ließ sich nicht vereinbaren. »Man muss den Mut haben, ehrlich zu sich zu sein«, sagt sie. Nach 18 Jahren in der Gastronomie fühlte sie sich verausgabt und erschöpft. Es musste sich etwas ändern. Also hat sie Ende 2019 gekündigt und widmet sich seit 2020 der Musik - einer Musik, die ein einzigartiges Genre bedient: Poetgrunge; also poetische, lyrische, tief greifende Texte, die sich mit grungeigen Tönen verbinden. Klänge, wie bei ihrem Vorbild Kurt Cobain, der 90er Grunge-Band Nirvana. »Ich war großer Fan und wusste 1996, dass ich genau solche Musik machen möchte«, erinnert sich Paulina Conrad. Gitarre spielen hat sie sich selber beigebracht, Noten schreibt sie nicht auf, sondern spielt Akkorde und nach Gehör. Klanglich ist es eine »Symbiose aus Nina Hagen und Nirvana«, charakterisiert Pauli. »Dazu schreibe ich auf Deutsch und sehr lyrisch, nichts oberflächliches. Es muss gehaltvoll und tiefgründig sein. Die Musik dazu aber sehr eingängig«, sagt sie.

Ihre erste Single, die heute auf Spotify erscheint heißt »P. Cobold«. Das Wort »Kobold« bewusst mit »C« geschrieben - das steht für ihren Nachnamen Conrad, und das »P« davor für Pauli - und ihren Vornamen Paulina.

Das Wesen des Kobolds ist ihr sehr nahe: Ein Freund sagte einmal zu Paulina Conrad: »Du bist ein wuseliger Kobold« und schenkte ihr einen grünen Koboldhut, der seither zu ihrem Bühnenoutfit gehört und zu einem Markenzeichen geworden ist. »Der Kobold ist ein Naturgeist, ein freches, lebhaftes Wesen mit gutem Herz.« Das hatte ihr Bekannter gesagt und gemeint, dass das ziemlich gut auf Paulina passt.

So wirbelt Paulina Conrad mit grungeigen Klamotten als wilder Freigeist über die Bühne. Rockt mit der Gitarre und klingt wirklich ein bisschen wie Nina Hagen. »Meine Musik erzählt keine Geschichten. Es sind Beschreibungen und Reflexionen von inneren Zuständen, aus meinem eigenen Leben oder dem, was ich empfinde. Beim Song »Mensch sein« heißt es »Von alleine wird’s nicht besser werden« oder in »Nicht mehr«: »Ich kann nicht mehr so weitermachen, wie bisher«. Eine Zeile, die vielleicht in der Zeit entstanden ist, als sie in ihrem »alten« Job und in der Gastronomie nicht mehr weitermachen konnte. Komplett von der Musik kann Paulina Conrad noch nicht leben. Sie arbeitet derzeit als Schulbegleiterin, was ihr am Wochenende und abends genug Zeit für ihre Musik lässt. Eine Musik, die durchaus gesellschaftskritisch sein kann, wie in »Für alle«: »Es reicht, und zwar für alle«, singt Pauli.

Der Bandname ist bewusst gewählt. Der Name Pauli ist ihr Spitzname. Außerdem hat sie ihn als Bandname ausgewählt, da er geschlechtsneutral ist. Bei Pauli spielen aktuell Schlagzeuger Ben Böttcher und Bassist Jörg Karl, beide aus Bad Nauheim.

Ihre erste Single »P. Cobold«, die ab heute auf Spotify zu finden ist, ist erst der Anfang: Immer freitags wird alle sechs Wochen eine Single auf Spotify erscheinen - bis zum 25. Februar 2022. Damit kommt dann das ganze Album »Dunkelbunt« auf den Markt. Ein Album, das Mut macht, egal, was noch kommt.

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