Führerscheinanträge digital beantragen. 	FOTO: PV
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Führerscheinanträge digital beantragen. FOTO: PV

Mit ein paar Klicks zum Führerscheinantrag

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Main-Kinzig-Kreis (pm). Der Main-Kinzig-Kreis hat es als erste Fahrerlaubnisbehörde in Deutschland ermöglicht, den Antrag zum Fahren eines Autos oder eines Motorrads vollständig digital einzureichen, ohne vor Ort vorsprechen zu müssen. Auf den Weg gebracht und unterstützt wird dieses Angebot vom Bundesministerium des Innern sowie des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen.

Die im Main-Kinzig-Kreis gesammelten Erfahrungen werden dokumentiert und ausgewertet und dienen als Wegbereiter für andere Fahrerlaubnisbehörden. »Wir sind für den Anfang sehr zufrieden. Schon die ersten Wochen haben gezeigt, dass das Angebot durchaus interessant für die überwiegend jungen Leute ist. So ist für den Anfang eine vielversprechende Menge an Anträgen zusammengekommen, obwohl der größte Teil natürlich noch analog vorgelegt wird«, erläutert Kerstin Schwarz, Leiterin der Fahrerlaubnisbehörde beim Kreis und Projektbeauftragte.

Mit 80 digitalen Anträgen innerhalb von vier Monaten nach der Einführung seien die Erwartungen übertroffen worden. Denn wer sich für den digitalen Führerscheinantrag entscheidet, muss zwei Hürden überwinden: Benötigt wird ein onlinefähiger Personalausweis, dafür müssen Inhaber oder Inhaberin auch eine PIN-Nummer vorliegen haben. Statt eines Personalausweises kann auch ein elektronischer Aufenthaltstitel zur Authentifizierung genutzt werden. Außerdem wird ein Lesegerät - es genügt auch ein NFC-fähiges Smartphone - benötigt. Bei der NFC-Technologie handelt es sich um einen Chip, der als internationaler Übertragungsstandard zum drahtlosen Austausch von Daten über kurze Distanzen genutzt werden kann.

Ein Antrag für begleitetes Fahren ab 17 Jahren ist aktuell noch nicht auf digitalem Weg möglich, daran wird jedoch gearbeitet. Die Online-Anträge können ab 16 Jahren gestellt werden, erst dann ist der Besitz eines Personalausweises mit Onlinefunktion möglich. Folgende Fahrerlaubnisklassen können online beantragt werden: AM, A1, A2, A, B, BE, L und T oder eine Kombination daraus.

Kerstin Schwarz ist von den vielfältigen Möglichkeiten der Digitalisierung überzeugt, weiß aber auch, dass für eine breit aufgestellte Digitalisierung noch an zahlreichen Stellen informiert und Chancen aufgezeigt werden müssen. So sei es prinzipiell denkbar, dass Fahrschulen ihren Service erweitern und sich ein Lesegerät für den onlinefähigen Personalausweis anschaffen, um die digitalen Führerscheinanträge zu übermitteln. Oder dass die Teilnehmer ihr Zertifikat zur Teilnahme am Erste-Hilfe-Kurs digital erhalten, ebenso das nötige Passfoto vom Fotografen und den Sehtest.

»Hier gibt es noch einige Möglichkeiten, wie digitale Prozesse den Alltag erleichtern können und sich Zeit und Fahrtkosten sparen lassen«, erklärt Kerstin Schwarz und ergänzt: »Die ersten Erfahrungen mit dem digitalen Führerscheinantrag zeigen, dass ein grundsätzliches Interesse in der Bevölkerung vorhanden ist.« Begleitend zu dem Projekt werden Menschen zwischen 17 und 25 Jahren zum Thema befragt. »Sehr viele Menschen wissen noch nichts von diesem Angebot, das wollen wir ändern und werben für dieses interessante Angebot«, erklärt Schwarz.

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