koe_JazzfingersTrio_3006_4c_1
+
Die Rückkehr von Jazz und Swing, Blues und Funk nach Ortenberg und auf die Schlossbühne zelebrieren die Musiker des »Jazzfingers Trio«.

Wie ein Abend in einer Jazz-Bar

  • VonInge Schneider
    schließen

Ortenberg (im). Es war Kommers, Kabarett und Konzert in einem: Mit einem gleichermaßen bewegenden, beschwingten wie bezaubernden Frühsommerabend im Schlosshof hat der Kulturkreis Altes Rathaus Ortenberg erfolgreich die Veranstaltungsreihe anlässlich seines 40-jährigen Bestehens und im Rahmen des Kultursommers Mittelhessen fortgesetzt.

Der Abend begann mit Ehrungen und Auszeichnungen verdienter Mitglieder und Engagierter auf der Bühne.

Im Anschluss trug der dem Kulturkreis seit vielen Jahren eng verbundene Paderborner Kabarettist, Autor, Musiker, Filmemacher und Kulturpreisträger Erwin Grosche getreu seinem Motto »Die wichtigsten Sachen müssen leicht, die kleinen wichtig abgehandelt werden« mit federleichtem Humor die Laudatio zum 40-jährigen Bestehen des Vereins vor.

Unvergessene Namen

Beginnend nahm er die neuen Begrüßungsformen in der Pandemie aufs Korn und lobte zugleich die »Willkommens-Kultur« das Kulturkreises Altes Rathaus, in deren Genuss Künstler wie Publikum gleichermaßen kämen. Zudem nannte Grosche weitere bedeutende und bis heute unvergessene Namen aus der Geschichte des Vereins wie den verstorbenen Autoren Karlhans Frank, den anwesenden Schauspieler Hans Schwab und seine Ehefrau, Regisseurin und Schauspieler Ronka Nickel, als Begründer des legendären Ortenberger Fresche Kellers, sowie deren Nachfolger Michael Glebocki und Dorothée Arden.

Die Rückkehr von Jazz und Swing, Blues und Funk nach Ortenberg und auf die Schlossbühne zelebrierten Musiker und Publikum anschließend mit einem begeisternden zweistündigen Konzert des Jazzfingers Trio Dirk Raufeisen (Piano, Gesang), Götz Ommert (Kontrabass) und Gregor Beck (Schlagzeug). Die 1992 von Raufeisen und Ommert ins Leben gerufene Formation brillierte von Gershwins »Summertime« über »Bach Home in Indiana«, »Georgia on my Mind« und das der Pandemiezeit gewidmete »Things ain’t what they used to be«, bis zur »Route 66« und »Take the A-Train« mit einer ungeheuren Spiel- und Wiedersehensfreude, Vielfalt an Stilen, hinreißender Virtuosität auf allen Instrumenten, Sponaeität und Improvisationstalent sowie spürbarer Publikumsnähe.

So erklang mit dem »Nigerian Market Place« von Oscar Peterson samt Changement vom afrikanischen Folk-Sound zum Funk ein Stilelement auf ausdrücklichen Wunsch von Dörthe Herrler, den »Honeysuckle Blues« widmete das Trio Manfred Meuser zum runden Geburtstag und den abschließend improvisierten »Ortenberg-Blues« dem Publikum, dem Kulturkreis, der Stadt und der Heimat.

Das Piano wurde zum Jig-Klavier und zum klassischen Flügel, der Kontrabass zum melodiegebenden Cello und zum Percussionsinstrument, das Schlagzeug zur Trommel, zum tanzenden Steppschuh und zum hingehauchten Becken- und Besenflüstern nach einem Abend in einer Jazzbar - oder unter dem sanft-rötlichen Nachthimmel über dem Schlosshof von Ortenberg.

1. Vorsitzende Dörthe Herrler hat ihren Vorgänger und Gründungsvorsitzenden Manfred Meuser geehrt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare