Im Land unter dem Meer

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Die sechstägige Sommerreise des Ortenberger Kulturkreises führte in die Niederlande. Amsterdam, Hauptstadt, aber nicht Sitz der Regierung, war erstes Ziel der Reise. Bei einer ausführlichen Stadtrundfahrt begeisterten die unzähligen Grachten und Brücken sowie das architektonisch faszinierende Stadtbild. Dass nach Kopenhagen Amsterdam die fahrradfreundlichste Stadt der Welt ist, davon konnten sich die Reisegäste bald überzeugen. 25 Millionen Fahrräder fahren auf Hollands Straßen.

Die sechstägige Sommerreise des Ortenberger Kulturkreises führte in die Niederlande. Amsterdam, Hauptstadt, aber nicht Sitz der Regierung, war erstes Ziel der Reise. Bei einer ausführlichen Stadtrundfahrt begeisterten die unzähligen Grachten und Brücken sowie das architektonisch faszinierende Stadtbild. Dass nach Kopenhagen Amsterdam die fahrradfreundlichste Stadt der Welt ist, davon konnten sich die Reisegäste bald überzeugen. 25 Millionen Fahrräder fahren auf Hollands Straßen.

Höhepunkt des zweiten Tages war der Besuch des beeindruckenden Rijksmuseums (fünf Meter unter dem Meeresspiegel), ein faszinierendes klassizistischer Backsteinbau, der zehn Jahre wegen Umbauarbeiten geschlossen war und nun teilweise u. a. im modernen Ambiente seine weltberühmte Gemäldesammlung präsentiert. Highlight war "Die Nachtwache" von Rembradt. In Den Haag sind in den letzten Jahren viele futuristische Bauwerke und hoch aufragende Bürobauten entstanden. Dennoch hat Den Haag bis heute seinen Ruf als "größtes Dorf Europas" nicht abgelegt – bei einem Rundgang durch die gemütlichen Straßen konnte man sich davon überzeugen.

Nächster Besuchsort war das einstige Fischerdorf Volendam mit seinen malerischen Häusern und den alten Trachten, die aber heute nur noch bei besonderen Anlässen getragen werden. In Volendam konnte auch der handwerkliche Prozess der Käseherstellung begutachtet werden. Hoorn, am Ijsselmeer gelegen, eine Stadt mit einzigartigen alten Häusern und Gebäuden, ist Geburtsort des Seefahrers Wilhelm Schouten, der im Jahr 1616 die Südspitze von Amerika umsegelte.

Seit Jahrhunderten kämpfen die Menschen in Holland gegen das Wasser. Viele Gebiete liegen unter dem Meeresspiegel. So ist das Beemster Polder (zwölf Meter unter dem Meeresspiegel), Weltkulturerbe, ein Meisterwerk in der Trockenlegung überfluteter Gebiete. Einer der Höhepunkte der Reise war auch der Besuch von Aalsmeer, weltweit größter Umschlagplatz für Schnittblumen.

Bei der Blumenversteigerung der Royal Flora Holland werden pro Minute zwei Millionen Schnittblumen versteigert und Blumen im Wert von ca. 800 000 Euro wechseln den Besitzer. Nach Aalsmeer wurde Haarlem erkundet. Mittelpunkt der Stadt ist der Grote Markt. Dort erhebt sich das Standbild des L. J. Coster, eines Zeitgenossen von Gutenberg. Ihm wird die eigentliche Erfindung der Buchdruckerkunst zugeschrieben. Auffallendes Gebäude am Grote Markt ist die 140 Meter lange St. Bavokerk, eine spätgotische Kreuzbasilika mit einem 80 Meter hohen Vierungsturm.

Der vorletzte Tag der Reise galt Gouda und seinem traditionellen Käsemarkt, heute nur noch historisch nachgespielt. Hunderte von Besuchern umstanden den Marktplatz, als bis zu 40 Kilo schwere Laibe Bauernkäse von Käseträgern in alten Gildetrachten auf hölzernen Traggestellen über den Platz transportiert wurden. Das spätgotische Rathaus, die Stadtwaage – Waag – und die St. Janskerk – größte Kirche der Niederlande – waren weitere Besichtigungspunkte.

Danach führte eine kurze Fahrt in die Universitäts- und Bischofsstadt Utrecht. Im Mittelpunkt der Altstadt liegt der Dom, eine der großartigsten Kirchenanlagen der Niederlande.

Auf der Heimreise wurde noch ein Stopp in Arnheim eingelegt. Traurige Berühmtheit erlangte die Stadt durch die erbitterten Kämpfe um die strategisch äußerst bedeutsame Rheinbrücke – "Die Brücke von Arnheim" – gegen Ende des Zweiten Weltkrieges .

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