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Claus Richter hat die Gruppe vor dem Rathaus in Leuven fotografiert.

Im Land der Glockenspiele und Beginenhöfe

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Ortenberg(pm). Der Kulturkreis Altes Rathaus ist kürzlich nach Flanders gereist. Flandern - immer noch ein geheimnisvoller Name für mittelalterlichen Reichtum, Standort großer Kunstschätze in alten Bürgerstädten, Land der Glockenspiele und Beginenhöfe - war Ziel einer Fünf-Tages-Reise.

Erstes Ziel der Reise war eine der schönsten Provinzstädte Flanderns und Geburtsort des flämischen Schriftstellers Felix Timmermann - Lier. Der wohl bedeutendste Sakralbau der Stadt ist die St.-Gummarus-Kirche. Viele Residenzen des Adels aus burgundischen und habsburgischer Zeit prägen das Bild dieser Stadt. Auf dem Grote Markt das Standbild der Margarete von Österreich und nicht weit entfernt ihre Residenz.

Ebenfalls am Marktplatz steht das aus mehreren Flügeln bestehende Rathaus, in dem durch Initiative unseres Gästeführers der Sitzungssaal des Rates der Stadt Mechelen besucht werden konnte. Ein Highlight war der Besuch der weltberühmten Wandteppich-Manufaktur de Wit, die eine großartige Sammlung antiker Wandteppiche besitzt, aber keine Wandteppiche mehr herstellt, sondern mit größter Sorgfalt restauriert und reinigt.

Am dritten Tag stand die am Ufer der Dijle liegende Universitätsstadt Leuven auf dem Programm. An den studentischen Geist der Stadt erinnert der "Fons Sapientiae", der Brunnen der Weisheit. Eine Besonderheit Flanderns sind die zahlreichen Beginenhöfe. Zu ihnen zählt der Große Beginenhof in Leuven, um 1232 entstanden. Am vorletzten Tag der Reise stand die "Schatzkammer Brabants", das Städtchen Zoutleeuw auf dem Programm. Die dortige St.-Leonards-Kirche ist die einzige Kirche Belgiens, die ihre einmalige spätgotische Ausstattung über alle Stürme der Zeit hinweg bewahrt hat. Die ungeheure Vielzahl der erlesenen Kunstwerke wurden vom dortigen Kirchenführer erklärt. In einem Land, in dem es eine lange Tradition des Bierbrauens gibt, durfte der Besuch einer Brauerei nicht fehlen. Und das bekannte "Gouden Carolus" wurde gekostet.

Bleibende Eindrücke

Auf der Heimreise gab es noch einen Aufenthalt in Lüttich an der Maas. Erster Haltepunkt war der neue Lütticher Bahnhof "Guillemins", entworfen vom berühmten Architekten Calatrava. Zu den sieben Wundern Belgiens zählt in Lüttich das romanische Taufbecken aus dem 12. Jh. in der Kirche St.-Barthélemy. Das Becken steht auf Steinsockeln und wird von Ochsen getragen, die die Apostel symbolisieren. Es zeigt vier Taufszenen.

Historische Städte mit prächtigen Rathäusern, die wechselvolle Geschichte Flanderns, UNESCO-Weltkulturerbestätte, imposante Kathedralen mit wertvollen Kunstschätzen (Rubens, van Eyck), kompetente und sympathische Stadtführer bleiben allen in Erinnerung.

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