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Nachdenklich und kreativ: Sängerin Jessica Born und Musiker Georg Crostewitz haben die Monate ohne Bühne und Publikum dazu genutzt, viele Eigenkompositionen für ihre neue CD einzuspielen. Aktuell steht auch Auftritten nichts mehr im Weg.

»Ich fühlte mich ziemlich einsam«

  • Sabine Bornemann
    VonSabine Bornemann
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Ortenberg (pm/koe). Alles hat gefehlt: Die Bühne, das Publikum und das Prickeln auf der Haut nach einem Auftritt. Sängerin Jessica Born hat das vermisst und sich bisweilen ziemlich verzweifelt gefühlt. Sie griff zum Telefon, rief ihren langjährigen Musiker-Kollegen und Freund Georg Crostewitz an - das hat geholfen.

Ein Anruf und schon geht es wieder besser. Wenn einem manchmal buchstäblich die Decke auf den Kopf zu fallen droht, ist es schön, einen Freund anrufen zu können. Wenn dann noch ein kreatives Projekt entsteht - also eine neue CD - herauskommt, umso besser.

Sängerin Jessica Born hatte in den vergangenen Monaten ein kleines Tief: »Ich saß auf meiner Veranda und blickte in den Sonnenuntergang. In meiner Hand befand sich ein Glas Rotwein, und aus dem Radio ertönte staubiger Blues. Ich fühlte mich ziemlich einsam. Was sollte ich nun mit meinem Leben anfangen?«.

Blues, Soul, Jazz und Rock

Sie vermisste die Bühne, das Publikum und »das Prickeln auf der Haut, wenn man schweißgebadet von der Bühne kommt, und sich einfach nur gut fühlt, weil man alles auf der Bühne geben konnte - für sich selbst, für das Publikum, überhaupt für alle, die das Leben lieben«, blickt sie zurück.

In ihrer Verzweiflung und Abgeschiedenheit griff sie zum Telefon und rief ihren Freund Georg Crostewitz an: »›Komm einfach vorbei‹«, hörte ich seine Stimme am Apparat. Ich stieg ins Auto und fuhr los.«

Kreativ sind beide geworden, haben aus der Not sprichwörtlich eine Tugend gemacht und neue Songs aufgenommen. Herausgekommen ist die neue CD mit dem Titel »Reset«. Alles Eigenkompositionen. Unterstützt werden sie dabei von Marc Inti am Bass und Matthias Ladewig am Schlagzeug

Passend und aus der aktuellen Lage heraus entstanden sind auch die Titel »Driving to you« »A cold wind blows«, »How should I receive you«. »Es gibt nicht viele Sängerinnen, die Blues, Soul, Jazz und Rock ähnlich stilsicher und authentisch interpretieren können wie Jessica Born«, sagt Crostewitz über seine Kollegin.

In ihren Songs erzählt sie von Liebe, Leidenschaft und emotionaler Tiefe. Crostewitz spielt dazu Gitarre. »Er ist brillant und erinnert an Eric Clapton zu ›Cream‹-Zeiten«, fügt Born hinzu.

Die Zeit ohne Bühne scheint erst einmal vorbei. Es wird mehrere Release-Konzerte geben, darunter zwei in der Wetterau und eins in Frankfurt. Alle an der frischen Luft. Dann sollen und werden Jessica Born und Georg Crostewitz wieder das Prickeln auf der Haut spüren, wenn sie auf der Bühne stehen dürfen und vor Publikum spielen können.

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