Ein Hauch von Afrika

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Seit drei Jahrzehnten treffen sich Freunde der afrikanischen Kultur aus ganz Deutschland in Lißberg. Reiseerlebnisse und -empfehlungen werden beim Afrika-Fest ausgetauscht, Musik und Tanz bringen einen Flair der Ferne in den Burghof.

Seit drei Jahrzehnten treffen sich Freunde der afrikanischen Kultur aus ganz Deutschland in Lißberg. Reiseerlebnisse und -empfehlungen werden beim Afrika-Fest ausgetauscht, Musik und Tanz bringen einen Flair der Ferne in den Burghof.

Der äußere Burghof hat sich an Pfingsten in einen Campingplatz verwandelt. Mehr oder weniger aufwendig zum Wohnmobil umgebaute Geländewagen, expeditionstaugliche Lkw, die früher bei Militär oder Technischem Hilfswerk im Einsatz waren, und Zelte stehen dicht an dicht. Vor allem die Freunde von Afrika- und Fernreisen versammeln sich auf einer Reihe von Treffen, um Erlebnisse auszutauschen.

Öllampen aus Konservendosen

Andrea Schiel aus Bad Honnef erklärt, wie ihr mit Freunden 1988 der Gedanke für das Fest auf Burg Lißberg kam. "Wir wollten ein Afrika-Fest veranstalten, das einen kulturellen Hintergrund hat." Den Veranstaltungsort habe der Eckartsborner Peter Hinz organisiert. Eine gute Wahl, wie Schiel nach drei Jahrzehnten findet. "Die Unterstützung in der Bevölkerung war von Anfang an gro?, betont sie. Der Metzger sei sogar bereit gewesen, das Fest am Sonntag zu beliefern.

Mit dem Fest, zu dem im ersten Jahr nur 48 Besucher kamen, wollen die Organisatoren über den weitgehend unbekannten Kontinent und die Kulturen informieren. "Afrika ist nicht überall gleich", stellt Schiel fest, die vor allem Nordafrika bereist hat. Dabei geht es auch darum, Verständnis für die Gründe zu wecken, warum Afrikaner ihre Heimat verlassen. "Das ist nicht nur Armut, die haben keine Chance, zu überleben", betont Schiel.

Wer beim Afrika-Fest genau hinsieht und hinhört, bekommt eine Ahnung von den Bedingungen, unter denen die Menschen in weiten Teilen Afrikas leben. Bücher westlicher Reisender oder afrikanischer Autoren behandeln die Lebensverhältnisse. Aber selbst die folkloristischen Artikel, die in der Burghalle verkauft werden, dokumentieren die Armut. Bilder zeigen ganze Familien auf einem Motorrad oder Fahrrad. Daneben stehen Öllampen, die aus Konservendosen gebastelt sind.

Im Gegensatz zu dieser Armut steht die Fröhlichkeit, mit der das Fest gefeiert wird. Im Burghof finden sich immer wieder Gruppen zusammen und trommeln spontan. Besucher haben die Möglichkeit, bei einem Workshop ihr Rhythmusgefühl zu schulen.

Erste afrikanische Tanzschritte können sie bei einem weiteren Workshop unter Leitung eines Senegalesen üben. Dabei steht den Teilnehmern ihr europäischer Drang zur Kontrolle im Weg. "Abschalten, dann kommt’s von alleine", rät einer der Trommler.

Die Sängerin Thabilé zeigt, wie stark sich die Kulturen gegenseitig beeinflussen. In einem eleganten Hosenanzug, dessen Schnitt westlichen Vorbildern folgt, dessen Farben dagegen afrikanisch bunt sind, singt sie Lieder mit teils englischen Texten, die Pop, Jazz und Soul mit traditionellen Elementen verbinden. Darin behandelt Thabilé, die aus Soweto stammt, ernste Themen wie Rassentrennung und Gewalt.

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