Erst am Sonntag kommt der Kalte Markt in Gang

Ortenberg (sax). Der Kalte Markt macht in diesem Jahr seinem Namen alle Ehre. Pünktlich zum Beginn des Traditionsfestes ist eine Kältewelle über die Region hereingebrochen, die sogar für den ersten Schnee des Winters sorgte.

Die Temperaturen blieben nicht ohne Auswirkungen auf das Markttreiben. Wo sich sonst am Samstagmittag Autos auf den Straßen stauen, floss der Verkehr. Auch auf dem Marktgelände herrschte zunächst kaum Gedränge. Was Anwohner und Besucher freuen mag, bedeutet für die Schausteller und Marktbeschicker herbe Verluste.

Die Fahrgeschäfte legten in den ersten Stunden immer wieder Pausen ein, weil die Fahrgäste fehlten. Erst im Lauf des Nachmittags füllte sich der Markt – und gestern herrschte bei strahlendem Sonnenschein das gewohnte Gedränge.

Der Verkaufsschlager waren warme Getränke und Speisen. An den Crêpe-Ständen genossen einige Kunden die wärmende Wirkung der Pfannenkuchen an den Händen. Dauerhaft warme Hände versprachen Handschuhe, die ebenso wie Mützen reißenden Absatz fanden. Überhaupt waren die Stände mit Winterkleidung stärker frequentiert als in den Vorjahren.

Besonders beliebt sind Händler, die mit Humor glänzen. Walter Sommerauer aus Hirschhorn bietet Arbeitsbekleidung und -schuhe in verschiedenen Sprachen an. Unter anderem gibt es bei ihm "Schaffschuh" und "Stahlkabbeschuh" zu kaufen. "Englisch und Französisch können Sie grad vergessen", erklärt er, warum er seine Schuhe nur in Dialekten anbietet. "Da kam oben in Bad Wimpfen ein kleines Mütterchen zu mir und sagt, haben Sie Wengerderschuh", beschreibt er, wie er auf die Idee zu seinem Angebot kam.

Dass auch die Kälte die Oberhessen nicht vom Marktbesuch abhält, zeigte sich schließlich gestern Nachmittag. Als deutlich wurde, dass das Wetter zwar kalt, aber trocken bleiben würde, füllten sich die Straßen und Plätze zusehends.

Möglichkeiten, sich aufzuwärmen, fanden die Besucher reichlich. Ob in Geschäften, Gaststätten oder Zelten, viele hatten für Schutz vor der Kälte gesorgt. Auch das Almhüttenzelt als Mittelpunkt des Kalten Marktes wurde mit seinem attraktiven Unterhaltungsprogramm immer wieder von Besuchern, die sich aufwärmen wollten, aufgesucht.

Bereits im letzten Jahr hatten sich die "Schlagerschlampen" als Garant für ein volles Zelt erwiesen. In diesem Jahr wurden die Eingänge des Zeltes schon früh wegen Überfüllung geschlossen. Drinnen tanzten die Besucher auf Tischen und Bänken ausgelassen zu Schlagern, Stimmungshits und den Mitsing-Titeln der Neuen Deutschen Welle.

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